STIKO empfiehlt Impfung gegen Herpes zoster

  • Robert-Koch-Institut

  • von Karl-Heinz Patzer
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen ab 60 Jahren die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Eine Indikationsimpfung für Personen mit einer bestehenden Grundkrankheit oder Immunschwäche wird Patienten bereits ab einem Alter von 50 Jahren nahegelegt. Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur GKV-Pflichtleistung, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

Hintergrund

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) jährlich mehr als 300.000 Menschen an Herpes zoster. Etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Gürtelrose oder Herpes zoster wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst. Das Virus verursacht bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Varizellen. Nach Abklingen der Varizellen bleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt Herpes zoster verursachen. Typisch dafür ist ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen in dem zum betroffenen Nerv gehörenden Hautareal. Am häufigsten treten die Symptome an Rumpf und Brustkorb auf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (Postherpetische Neuralgie oder Postzosterschmerz) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Klinische Bedeutung

Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes zoster beträgt laut RKI-Mitteilung ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Der Schutz vor Herpes zoster nimmt mit zunehmendem Alter leicht ab, er beträgt bei den über 70-Jährigen aber noch circa 90 Prozent.

In Deutschland sind zwei Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff. Der Herpes-zoster-Lebendimpfstoff wird von der STIKO aufgrund der eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen. Außerdem ist der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff ist sicher, so das RKI. In den Zulassungsstudien habe es kein Signal für schwere Nebenwirkungen gegeben. Allerdings sei der Totimpfstoff sehr reaktogen. Lokalreaktionen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung) sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Myalgie und Kopfschmerzen treten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf. Die Impfreaktionen seien jedoch nur von kurzer Dauer und hielten ein bis zwei Tage an.