STIKO aktualisiert Empfehlungen zur beruflichen Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Impfung

  • Robert Koch-Institut

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Zukünftig sollen Personen, die nach 1970 geboren wurden und in medi­zinischen Ein­richtungen, Ein­richtungen der Pflege oder Gemein­schafts­einrich­tungen tätig sind, 2-mal gegen MMR geimpft sein. Das geht aus den beruflich indizierten Impf­empfehlungen zum Schutz vor Masern, Mumps und Röteln hervor, welche die Ständige Impfkommission (STIKO) jetzt in einer gemein­samen MMR-Impf­empfehlung zusammen­gefasst hat. Für die beruflich indizierte Varizellen-Impf­empfehlung von sero­nega­tivem Personal wurden die Tätig­keits­bereiche ent­sprechend der neuen MMR-Empfeh­lung ange­passt.

Drittschutz von Patienten und betreuten Personen

Ziel der aktuali­sierten Empfehlung ist es, Über­­tragungen der impf­präven­tablen Virus­krank­heiten Masern, Mumps, Röteln und Varizellen durch Beschäftigte in den genannten Ein­richtungen sicher zu verhindern und den Dritt­schutz von Patien­tinnen und Patienten sowie Be­treuten zu stärken, heißt es im aktuellen epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI).

Die aktualisierte Impfempfehlung umfasst folgende Tätigkeitsbereiche:

  • Medizinische Einrichtungen (gemäß § 23 Absatz 3 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) inklusive Einrichtungen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe
  • Tätigkeiten mit Kontakt zu potenziell infektiösem Material
  • Einrichtungen der Pflege (gemäß § 71 SGB XI)
  • Gemeinschaftseinrichtungen (gemäß § 33 IfSG)
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern (gemäß § 36 Absatz 1 Nummer 4 IfSG)
  • Fach-, Berufs- und Hochschulen

2-malige Impfung für jede Impfstoffkomponente

Die Impfung soll laut STIKO mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden. Menschen ohne frühere Lebendimpfung gegen MMR oder mit unklarem Impfstatus sollen zweimal im Abstand von mindestens 4 Wochen geimpft werden. Personen, die bisher nur einmal gegen Masern, Mumps oder Röteln geimpft worden sind, sollen eine zusätzliche MMR-Impfung im Abstand von mindestens 4 Wochen zur vorangegangen Impfung erhalten, lautet die Empfehlung der Kommission. Ziel sei es, dass für jede Impfstoffkomponente (M–M–R) mindestens eine 2-malige Impfung dokumentiert ist.

Die Anzahl der notwendigen Impfstoffdosen richtet sich dabei nach der Komponente mit den bisher am wenigsten dokumentierten Impfungen. Eine Ausnahme gilt jedoch bei der Röteln-Impfung von Männern: Hier ist für einen vollständigen Impfschutz eine 1-malige Impfstoffdosis ausreichend. Für die Masern- und Mumps-Impfstoffkomponente ist bei Männern eine 2-malige Impfung erforderlich. Die STIKO weist außerdem darauf hin, dass keine Sicherheitsbedenken gegen weitere MMR-Impfungen bei bestehender Immunität gegen eine der Komponenten existieren.