Sterblichkeit nach Krebsoperationen: Top-Kliniken in den USA deutlich besser als deren Partner

  • JAMA Network Open

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei den in den USA häufigen Netzwerken aus „Top-Kliniken“ und assoziierten Krankenhäusern („Affiliates“) erzielen die jeweiligen Einrichtungen bei der operativen Behandlung von Krebspatienten unterschiedlich gute Ergebnisse, die nicht alleine durch die Erfahrung bzw. Häufigkeit der Eingriffe erklärt werden können.

Hintergrund

In die USA werden häufig Vergleiche der Mortalität zwischen verschiedenen Kliniken unternommen, und diese Daten teilweise auch öffentlich gemacht. Für jene Kliniken, die mit den besten Krankenhäusern assoziiert sind, könne solch ein Vergleich die Gelegenheit bieten, die komplexe Versorgung von Krebspatienten zu optimieren, schreiben die Autoren der aktuellen Studie.

Design

Kohortenstudie mit 119.834 Patienten ab 18 Jahren, die sich einer Krebsoperation (Ösophagus, Magen, Lunge, Pankreas, Darm oder Blase) unterziehen mussten und in der National Cancer Database erfasst wurden. Verglichen wurde die 90-Tages-Mortalität und das langfristige Überleben zwischen den 50 „besten“ US-Kliniken (gemäß dem Ranking der Zeitschrift US News and World Report) und deren assoziierten Krankenhäusern.

Ergebnisse

  • Das mediane Alter der 79.981 Patienten an den „Top-Kliniken“ betrug 66 Jahre, 54,9 % waren männlich. Bei den Affiliates wurden 39.853 Patienten behandelt, die median 69 Jahre alt waren und zu 50,0% männlich. Zwischen Diagnose und Operation vergingen median 30 gegenüber 17 Tagen, und minimalinvasiv operiert wurden 41,7 versus 45,5 %. Es gab also sowohl demographische als auch klinische Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
  • In der gepoolten Analyse aller Krebsarten war die perioperative 90-Tages-Mortalität bei den Affiliates signifikant größer. Das Chancenverhältnis OR betrug 1,67 (95%-Konfidenzintervall 1,49 – 1,89; P
  • Das adjustierte Langzeit-Überleben (3 Jahre) bei den Affiliates erreichte nur 77 % im Vergleich zu den Top-Kliniken (95 %-KI 0,72 – 0,83; P
  • Die unterschiedlichen Operationsvolumina wurden in einer weiteren Analyse berücksichtigt, dieser Faktor alleine konnte die Unterschiede allerdings nicht erklären.

Klinische Bedeutung

Dass manche Kliniken konstant bessere Resultate liefern als andere wurde schon häufiger berichtet. Allerdings gibt es dafür zahlreiche unterschiedliche Erklärungsansätze und mögliche Verzerrungen. Die konnten auch in der aktuellen Studie nicht vollständig ausgeschlossen werden. Zumindest für die USA relevant dürfte allerdings die Erkenntnis sein, dass die mutmaßlich besseren Leistungen einer „Top-Klinik“ sich nicht ohne weiteres auf deren assoziierte Krankenhäuser übertragen lassen.

Finanzierung: Yale Thoracic Oncology Program.