Sterberate nach Brustkrebs ist bei US-Männern um ein Fünftel höher als bei Frauen

  • JAMA Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Männer mit Brustkrebs haben (in den USA) im Vergleich zu Frauen, auch nach Adjustierung für mutmaßliche Risikofaktoren, ein erhöhtes Risiko, an der Krankheit zu versterben.

Hintergrund

Dass die Überlebenschancen für Männer mit Brustkrebs geringer sind als für Frauen, wurde bereits mehrfach berichtet. Die zugrundeliegenden Faktoren sind bisher aber noch nicht im Detail untersucht worden, obwohl dies nach Ansicht der Autoren sowohl für die Entwicklung von Behandlungsstrategien, als auch für die Betreuung der Überlebenden von fundamentaler Bedeutung wäre.

Design

Landesweite, Register-basierte Kohortenstudie anhand Daten der US-amerikanischen Nationalen Krebsdatenbank mit 1.816.733 Patienten beiderlei Geschlechts, die in den Jahren 2004 – 2014 eine Brustkrebsdiagnose erhielten. Primäres Studienziel war das Gesamtüberleben, sekundäre Ziele das 3-Jahres-, und das 5-Jahresüberleben.

Ergebnisse

  • Die 16.025 männlichen Patienten waren im Durchschnitt 63,3 Jahre alt, die 1.800.708 Frauen im Mittel 59,9 Jahre.
  • Im Vergleich zu den Frauen war die Sterblichkeit der Männer an allen 3 Messpunkten höher:
    • Gesamtüberleben 45,8 versus 60,4 %
    • 3-Jahresüberleben 86,4 versus 91,7 %, und
    • 5-Jahresüberleben 77,6 % versus 86,4 %
  • Für die Übersterblichkeit der Männer von 63,3 % stellen die Autoren eine Assoziation mit klinischen Charakteristiken und einer Unterversorgung fest.
  • Das Geschlecht blieb jedoch nach Adjustierung für alle Faktoren ein signifikanter Faktor, der mit der Übersterblichkeit der Männer assoziiert war. Die Chancenverhältnisse betrugen hier:
    • Gesamtsterblichkeit HR 1,19 (95%-Konfidenzintervall 1,16 – 1,23)
    • 3-Jahresmortalität HR 1,15 (95%-KI 1,10 – 1,21)
    • 5-Jahresmortalität HR 1,19 (95%-KI 1,14 – 1,23)

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt frühere Untersuchungen, wonach die (relativ seltenen) Brustkrebsdiagnosen bei Männern in der Folge mit einer höheren Mortalität behaftet sind, als bei Frauen. Da die Berechnungen für mögliche Risikofaktoren bestmöglich adjustiert wurden, bleiben nach Meinung der Autoren 3 Faktoren zu identifizieren, die helfen könnten, die Ungleichheit zu eliminieren: Biologische Attribute, Compliance mit der Therapie, und der Lebensstil. Da lediglich US-amerikanische Patienten untersucht wurde, ist aber unklar, inwiefern diese Schlussfolgerung auch auf andere Länder zutrifft.

Finanzierung: China Scholarship Counsel für den Erstautor, sonst keine Angaben.