Stabile Angina pectoris: Bessere Prognose bei CT-Angiographie


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die CT-Angiographie (CTA) zusätzlich zur Standarddiagnostik hat bei Patienten mit Brustschmerzen bzw. stabiler Angina pectoris mit zu einer langfristig verbesserten Prognose beigetragen. Die Rate invasiver Angiographien und Revaskularisierungen war in der CTA-Gruppe nach 5 Jahren nicht größer als in der Vergleichs-Gruppe.

Hintergrund

Die CTA verbessert die Qualität der Diagnostik bei Patienten mit stabiler Angina pectoris. Unklar war bislang, ob dies langfristig mit einem besseren klinischen Verlauf einhergeht. Dies ist in der SCOT-HEART-Studie geprüft worden.

Design

Randomisierte und offene Multizenter-Studie mit insgesamt 4146 Patienten, die wegen stabiler Angina pectoris ein Krankenhaus aufgesucht hatten. Bei 2073 Patienten wurde zusätzlich zur Standarddiagnostik eine CTA gemacht, bei den anderen 2073 nur die Standarddiagnostik. Primärer Endpunkt war die Kombination von KHK-bedingten Tod und nicht-tödlichem Herzinfarkt nach fünf Jahren. 

Hauptergebnisse

  • Die mediane Beobachtungszeit betrug 4,8 Jahre, was 20.254 Patienten-Jahren entsprach. 
  • Die primäre Endpunktrate nach fünf Jahren war in der CTA-Gruppe mit 2,3 Prozent signifikant geringer als in der Vergleichs-Gruppe mit 3,9 Prozent (HR: 0,59; 95% CI: 0,41 bis 0,84; P = 0,004).
  • Gleichstand nach fünf Jahren gab es bei der Rate invasiver Angiographien (23,7% in der CTA-Gruppe versus 24,2% in der Vergleichs-Gruppe) und bei der Revaskularisierungs-Rate (13,5% versus 12,9%).

Klinische Bedeutung

Welche Schlussfolgerungen aus der Studie gezogen werden sollten, etwa für die offiziellen Empfehlungen, ist seit der Präsentation der Daten auf dem europäischen Kardiologen-Kongress in München und der Publikation im „New England Journal of Medicine“ Thema vieler, auch kontroverser Diskussionen. Eine der diskutierten Fragen ist, wie sich der Unterschied beim klinischen Ergebnis erklären lässt. Ein diagnostisches Verfahren allein senkt nun einmal nicht die kardiovaskuläre Mortalität. Diskutiert wird unter anderem eine bessere präventive Therapie der CTA-Patienten. In den US- und in den europäischen Leitlinien wird die CTA derzeit nicht als erste Wahl für Patienten mit stabiler Angina pectoris empfohlen, sondern als Option für den Fall, dass Stress-Tests nicht möglich sind.

Finanzierung: staatliche Mittel, British Heart Foundation, Royal Bank of Scotland u.a.