Sprungshafter Anstieg der Todesfälle durch Fentanyl-Überdosis in den USA


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Etwa 64000 Menschen starben 2016 in den USA an einer Drogenüberdosis. Der Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr ist zum Großteil auf den Missbrauch von Fentanyl zurückzuführen.

Hauptergebnisse

  • Im Jahr 2016 starben mindestens 64070 Menschen in den USA an einer Überdosis Drogen, das sind 21 % mehr als im Berichtsjahr 2015 (52898).
  • Die häufigste Todesursache waren synthetische Opioide wie Fentanyl und dessen Analoga (ICD10 T40.4) mit 20185 Fällen in 2016 gegenüber 9945 in 2015. Kokain stand ebenfalls deutlich häufiger auf dem Totenschein (10619 gegenüber 6986). Bei Heroin sowie den natürlichen und semi-synthetischen Opioiden gab es ebenfalls einen Zuwachs, und zwar von 13219 auf 15446 bzw. von 12726 auf 14427.

Design

  • Statistische Auswertung der gemeldeten und erfassten Todesfälle durch Drogen in den USA gemäß ICD-10 Codes X40-44, X60-64, X85 und Y10-14.
  • Stratifizierung nach Substanzen (ICD-Codes für multiple Todesursachen für Heroin (T40.1), Natürliche und semisynthetische Opioide (T40.2), Methadon (T40.3), weitere synthetische Opioide (T40.4), Kokain (T40.5), Psychostimulanzien mit Missbrauchspotenzial (T43.6).
  • Vergleich zwischen den Jahren 2015 und 2016
  • Finanzierung: Centers of Disease Control.

Klinische Bedeutung

Der Missbrauch von Drogen ist in den USA die häufigste Todesursache für Personen unter 50 Jahren. Die Erfassung von Trends bei der Art der missbrauchen Substanzen liefert wichtige Hinweise auf Lücken in der Gesetzgebung und sie kann sowohl die Aufklärung über die Gefahren des Drogenmissbrauchs als auch die Strafverfolgung effizienter machen. Nicht zuletzt dienen aktuelle Zahlen der besseren Vorbereitung von Notaufnahmen und anderen Anlaufstellen bei Rauschzuständen und Vergiftungen, auch in Deutschland.