Sprunghafter Anstieg des KVE- und Schlaganfall-Risikos bei stationären älteren Patienten mit schwerem Herpes Zoster

  • Piazza MF & al.
  • Vaccines (Basel)
  • 10.01.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Ein schwerer Herpes Zoster (HZ), der eine Krankenhauseinweisung erfordert, kann mit einem 10-fach höheren Risiko für zerebrale Vaskulopathie, einem 7-fach höheren Risiko für nicht-arrhythmogene Myokardiopathie und einem 5-fach höheren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (KVE), ausgenommen Hypertonie, einhergehen.

Warum das wichtig ist

  • Angesichts der signifikanten Auswirkung eines schweren HZ auf chronische Erkrankungen sollte bei älteren Patienten mit hohem Risiko eine Impfung in Betracht gezogen werden.

Wesentliche Ergebnisse

  • 437 stationäre Patienten mit HZ, 2.622 Kontrollpersonen ohne HZ.
  • Die Raten der Krankenhausaufenthalte stiegen mit zunehmendem Alter auf > 50 Fälle/100.000 Bewohner im Erwachsenenalter von ≥ 84 Jahren.
  • Die Dauer des Krankenhausaufenthalts war mit HZ höher als ohne (median: 9 vs. 7 Tage; p 
  • Die HZ-Kohorte wies höhere Prävalenzen als die Nicht-HZ-Kohorte auf:
    • Vorherige Transplantation: 1,83 % vs. 0,34 % (p 
    • Positiver HIV-Befund: 1,37 % vs. 0,04 % (p 
    • Autoimmunerkrankungen: 4,12 % vs. 2,33 % (p = 0,029) und
    • Seltene Erkrankungen: 1,14 % vs. 0,31 % (p = 0,013).
  • 6 Monate nach der Krankenhauseinweisung erhöhte sich die Inzidenz mit HZ vs. ohne HZ von:
    • KVE-Erkrankungen: 11,17 % vs. 2,09 % (p 
    • Zerebrale Vaskulopathie: 6,13 % vs. 0,60 % (p 
    • Nicht-arrhythmogene Myokardiopathie: 4,31 % vs. 0,59 % (p = 0,002) und
    • Neuropathie: 2,62 % vs. 0,56 % (p = 0,033).

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte zur Beurteilung der Wirkung von schwerem HZ (Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts) auf die klinische Progression einer Erkrankung mit einer Prävalenz von 6 Monaten vor der Krankenhauseinweisung und einer Inzidenz von 6 Monaten nach der Krankenhauseinweisung bei älteren Erwachsenen gegenüber abgestimmten Kontrollpersonen ohne HZ.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Fehlcodierung und Datenmeldefehler möglich.
  • Keine leichten Fälle, weniger gebrechliche Patienten.
  • Niedrige Sensitivität der Daten.