Spontane intrakranielle Hypotonie: Diagnose häufig übersehen

  • D'Antona L & al.
  • JAMA Neurol
  • 04.01.2021

  • von Susan London
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Nicht-orthostatische Kopfschmerzen, normale Neuroimaging-Befunde und ein normaler Anfangsdruck bei Lumbalpunktion schließen das Vorliegen einer spontanen intrakraniellen Hypotonie nicht aus.

Warum das wichtig ist

  • Diese Erkrankung führt zu erheblicher Morbidität, wird jedoch oft fehldiagnostiziert.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die häufigsten Symptome:
    • Orthostatische Kopfschmerzen (92 %)
    • Übelkeit (54 %)
    • Nackenschmerzen/-steifheit (43 %)
  • Eine MRT des Gehirns war der sensitivste diagnostische Test:
    • Bei 73 % der Patienten lag ein diffuses pachymeningeales Enhancement vor.
    • 19 % der Patienten waren unauffällig.
  • Weitere Tests:
    • Insgesamt wurde im spinalen Neuroimaging bei 48 %–76 % der Patienten extradurale Zerebrospinalflüssigkeit identifiziert.
    • Eine digitale Subtraktionsmyelographie identifizierte bei 100 % der positiven Patienten die exakte Position des Lecks.
    • Durch Magnetresonanzmyelographie des Spinalkanals mit intrathekalem Gadolinium wurde bei ~ 75 % der positiven Patienten die exakte Position des Lecks festgestellt.
  • Anfangsdruck bei Lumbalpunktion:
    • Niedrig bei 67 %
    • Normal (60–200 mm H2O) bei 32 %
    • Hoch bei 3 %
  • Erfolgsrate der Behandlung:
    • 28 % bei konservativen Maßnahmen
    • 64 % mit einem ersten epiduralen Blutpatch
    • Nach Patch-Größe:
      • 77 % mit Patch ≥ 20 ml
      • 66 % mit Patch

Studiendesign

  • Systematische Auswertung und Metaanalyse von 144 Artikeln, die durchschnittlich über 53 Patienten mit spontaner intrakranieller Hypotonie berichteten (Bereich: 10–568 Patienten).
  • Wichtigste Ergebnisse: Klinisches Erscheinungsbild, Untersuchungsergebnisse und Behandlungserfolg.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Heterogenität der Studien.
  • Es fehlten randomisierte kontrollierte Studien.
  • Unterschiedliche Diagnosekriterien.