Spondyloarthritis: Der IL17-Hemmer Secukinumab ist im Langzeitverlauf von 5 Jahren wirksam und sicher

  • Lancet Rheumatol

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der IL-17-Antagonist Secukinumab hat auch nach 5 Jahren Therapie einen klinischen Benefit für die Patienten. Bei der Hälfte der Patienten bleibt eine 40%ige Reduktion der Krankheitszeichen über 5 Jahre erhalten.

Hintergrund
Die Spondyloarthritis ist Folge einer vom Immunsystem ausgelösten chronischen Entzündung, die zu einer Inflammation des Achsenskeletts mit Ankylosis und Knochenneubildung führt. Ein Beginn im frühen Erwachsenenalter führt häufig zu progressiven, irreversiblen Schäden an der Wirbelsäule und hoher Morbidität. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Makrophagen von Erkrankten bilden verstärkt Interleukin 17 (IL-17). In der MEASURE-2-Studie wurde geprüft, ob der IL-17-Antagonist Secukinumab, ein monoklonaler Antikörper gegen das Zytokin, über einen Zeitraum von 5 Jahren wirksam und sicher ist bei der Behandlung vonPatienten mit Spondylitis ankylosans.

Design

  • Studienform: prospektiv randomisierte, placebokontrollierte doppelblinde Phase-3-Studie an 53 Zentren in 13 Nationen, darunter Deutschland
  • Teilnehmer: erwachsene Patienten mit Spondylitis ankylosans
  • 1. Randomisierung in 3 Studienarme: Secukinumab 150 mg, 75 mg oder Placebo jeweils subkutan zum Zeitpunkt 0 und 1, 2 und 3 Wochen, danach alle 4 Wochen
  • 2. Randomisierung zu Woche 16: Patienten der Placebogruppe wurden randomisiert zu Secukinumab 150 mg oder 75 mg
  • Therapiedauer: alle 4 Gruppen wurden weitergeführt bis zu 5 Jahren (Woche 260)
  • Endpunkte: Wirksamkeit validiert nach den Assessment der Spondylarthritis-International Society criteria for improvement (ASAS) und dem Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI)
  • Monitoring: anfangs in Abständen von 1-2 Wochen, später in größeren Intervallen.

Hauptergebnisse

219 Patienten wurden 1 : 1 : 1 in die initialen drei Gruppen randomisiert und die 74 Patienten aus der Placebogruppe anschließend in die beiden Secukinumabarme (150 mg oder 75 mg). Nach 5 Jahren hatten 67 % der Patienten in der Gruppe Secukinumab 150 mg eine 20%ige Reduktion der Krankheitsaktivität (ASAS20) und 50 % eine Reduktion um 40 % (ASAS40). Eine ASAS 5/6-Response, also eine Verbesserung in 5 von 6 Domänen des ASAS wie Schmerzen, Beweglichkeit der Wirbelsäule und systemische Entzündungszeichen, hatten nach 260 Wochen 51 % erreicht, und einen BASDAI50 noch 53 % in der Gruppe „Secukinumab 150 mg“. Unerwünschte Effekte wie Infektionen (Candida albicans) oder immunvermittelte entzündliche Darmerkrankungen waren im Allgemeinen kontrollierbar. Es gab keine bisher nicht bekannten Nebenwirkungen.

Klinische Bedeutung

TNF-alpha-Blocker, nicht steroidale Antirheumatika und Krankengymnastik sind bisherige Eckpfeiler einer Therapie der Spondylitis ankylosans. Aber ein Teil der Patienten spricht nicht ausreichend an oder verträgt die Medikamente nicht. In der MEASURE-2-Studie waren 61 % aller Teilnehmer nicht mit Biologika vorbehandelt und 39 % hatten auf TNF-alpha-Blocker nicht ausreichend angesprochen. Den Ergebnissen der Studie zufolge ist die Strategie, Secukinumab 150 mg zunächst wöchentlich als Loading Dose zu geben und anschließend als Erhaltungstherapie ein Mal pro Monat, wirksam und sicher, und zwar auch im Langzeitverlauf von 5 Jahren. Die Patienten hatten einen klinisch relevanten Benefit von der Therapie.

Finanzierung: Novartis.