Spina bifida: Je ausgeprägter der Hydrocephalus, desto stärker die neurologische Entwicklung beeinträchtigt

  • Houtrow AJ & al.
  • J Pediatr Rehabil Med
  • 01.01.2018

  • von Dr. Stefanie Reinberger
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

Die Untersuchung von Kindern mit Spina bifida 30 Monate nach der Geburt ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Kindern ohne Hydrocephalus, mit Hydrocephalus und Kindern, die wegen ihres Hydrocephalus einen Shunt bekommen hatten. Allerdings scheint ein stark ausgeprägter Hydrocephalus die neurologische Entwicklung deutlicher zu beeinträchtigen.

Hintergrund

Schätzungsweise 300.000 Babies mit Spina bifida werden weltweit jedes Jahr geboren. Dabei gibt es starke lokale Unterschiede: Während in den USA die Prävalenz bei 7 Fällen pro 10.000 Neugeborenen liegt, sind es in manchen Entwicklungsländern 125 Fälle pro 10.000 Neugeborenen. Heute erreichen 85 Prozent der Kinder mit Spina bifida das Erwachsenenalter. Entsprechend ist es wichtig die Versorgung der Spina bifida weiter zu verbessern.

Studiendesign

171 Kinder mit Spina bifida – darunter 27 ohne Hydrocephalus, 108 mit Hydrocephalus und Shunt sowie 36 mit Hydrocephalus ohne Shunt – wurden im Alter von 30 Monaten untersucht. Kriterien waren mentale und psychomotorische Fähigkeiten, die motorische Entwicklung und die sprachliche Entwicklung.

Hauptergebnisse

  • Nach statistischer Anpassung gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen.

  • Kinder mit stärker ausgeprägtem Hydrocephalus hatten gravierendere Defizite in der neurologischen Entwicklung. Dies betraf die Motorik ebenso wie die aktive Sprache und das Sprachverständnis.

  • Kinder mit stärker ausgeprägtem Hydrocephalus hatten mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Shunt. Es wird daher notwendig sein, die möglichen Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Shunt genauer zu analysieren, um herauszufinden, welchen Einfluss ein Shunt auf die neurologische Entwicklung hat.

Klinische Bedeutung

Künftige Studien müssen zeigen, welche Konsequenzen ein Shunt für die neurologische Entwicklung von Kindern mit Spina bifida und Hydrocephalus hat, um gezieltere Entscheidungen für oder gegen den Einsatz eines Shunts treffen zu können.

Limitierung

  • Die Zahl der aufgrund von Defiziten in der kognitiven Entwicklung wieder entfernten Shunts wurde nicht berücksichtigt.

  • Es wurde nicht berücksichtigt, in welchem Alter der Hydrocephalus diagnostiziert wurde.

  • Es können keine Aussagen über die weitere Entwicklung der Kinder getroffen werden.

  • Die morphologischen Unterschiede der Gehirne der Probanden wurden nicht weiter berücksichtigt.

  • Die Größe der drei Gruppen variierte stark.