Spahn will Notfallversorgung reformieren

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Um eine bedarfsgerechte Notfallversorgung sicherzustellen, stationäre Notfallambulanzen zu entlasten und Doppelstrukturen abzubauen, kündigt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Reform an. Über die Rufnummern 112 und 116117 und integrierte Notfallzentren (INZ) an bestimmten Kliniken, soll per Triage die Zuordnung in die passende Versorgungsstufe erfolgen. 2021 könnten die Pläne umgesetzt sein.

 

Ein Baustein der Reform ist, die „Notfallleitstellen der Ärzte und Rettungsdienste zusammenzulegen“. Über die Rufnummern soll künftig per qualifizierter Ersteinschätzung entschieden werden, wo hilfesuchende Patienten am besten versorgt werden können – im ärztlichen Bereitschaftsdienst, in der Notfallambulanz, durch den Rettungsdienst oder in der vertragsärztlichen Versorgung. Zweitens sollen INZ an den Kliniken aufgebaut werden, nach dem „Ein-Tresen-Prinzip“ eine zentrale Anlaufstelle, die ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV und zentrale Notaufnahme des Krankenhauses integriert. Sie werden von niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten mit Personal gemeinsam betrieben. Auch sie nehmen eine Triage und Überweisung vor. KVen und Kliniken erhalten den Auftrag, INZ in vom Land im Rahmen der Krankenhausplanung an bestimmten Kliniken per Notfallversorgungsplan einzurichten und zu betreiben. Drittens werden Rettungsdienste künftig seitens der Krankenkassen nicht nur bezahlt, wenn auch tatsächlich ein Transport ins Krankenhaus erfolgt ist, sondern auch bei anderen Leistungen, um unnötige Fahrten in die Klinik zu vermeiden.

Die INZ-Leistungen sollen extrabudgetär vergütet und mit der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung und den Klinikbudgets verrechnet werden. Dr. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), kritisiert, dass INZ an von den Ländern festgelegten Standorten eingerichtet werden sollen. Da diese nicht zahlen müssten, „werden sie wohl großzügig Standorte ausweisen“. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßt die Reform, hält es aber für falsch, dass für ambulante Leistungen Klinikgelder verwendet werden sollen. Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bunds, spricht von einer Entlastung für die Klinikärzte.