Spahn kündigt Diskussion um Mindestmengen an

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Berlin (pag) – Freundlich ist der Empfang für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf der 62. Jahrestagung des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). VKD-Präsident Dr. Josef Düllings lobt zum Beispiel den Entwurf zum MDK-Reformgesetz. Spahn allerdings kündigt für das zweite Halbjahr „Diskussionen“ zu einem kontroversen Thema an: Qualität und Mindestmengen in deutschen Krankenhäusern.

In manchen Bereichen gebe es keine verlässliche Studien zu dem Thema, weiß auch der Minister. Deswegen bemüht er seine eigene, die „Spahnsche Empirie“, wie er sie selbst nennt: Die Qualität einer komplizierten OP, die in einem Haus 20 Mal pro Jahr durchgeführt wird, kann nicht höher sein als in einem Haus, das die gleiche OP 200 Mal im Jahr vollzieht. Diese Debatte werde man für einige Bereiche führen müssen, betont er. „Es ist auch aus Patientensicht ein Thema.“

Und es sei nicht nur eine Frage von Stadt und Land, macht er deutlich. Denn ein Krankenhaus in seiner Heimatregion, dem Münsterland, führe die zweitmeisten Prostata-OPs deutschlandweit durch.

Düllings befürchtet in einer Podiumsdiskussion nach Spahns Rede eine „Entkernung der Abteilungen, die sich weniger rechnen“. Das dann entstehende Problem werde der Politik wieder vor die Füße fallen. Worüber diskutiert werden könnte, gibt Dr. Christof Veit, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), preis: „Wir haben jetzt einen Auftrag zu Knieprothesenwechsel bekommen, und zu den sehr kleinen Neugeborenen unter 1250 Gramm ist gerade eine Beauftragung unterwegs“. Er sagt aber, dass nicht nur das IQTIG, sondern auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zuständig ist.

Nina Hammes, Leiterin der Unterabteilung 21 für Gesundheitsversorgung und Krankenhauswesen im Bundesgesundheitsministerium, versucht, Ängste zu nehmen. Es werde nicht nur um Mindestmengen gehen, sondern auch um Strukturveränderungen.