Spahn kämpft gegen Konversionstherapien

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Berlin (pag) – Sogenannte Konversionstherapien sollen Menschen von der Homosexualität „heilen“. In einem Interview regt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Verbot solcher „Therapien“ ab.

„Homosexualität ist keine Krankheit und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig. Deswegen bin ich für ein Verbot der Konversionstherapie“, sagt der Minister im Gespräch mit der „taz“. Er wolle sich mit Justizministerin Katarina Barley (SPD) absprechen. Die begrüßt den Vorschlag ausdrücklich. „Konversionstherapien sind ein Angriff auf die Würde des Menschen“, sagt sie via Twitter. Wie ein Verbot gesetzlich umgesetzt werden kann, solle eine Schnellstudie bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld herausfinden, kündigt Spahn an. Er wolle das Gesetz möglichst weit fassen. „Für Minderjährige muss es auf jeden Fall gelten.“ Dem Minister zufolge können diese Angebote heute schon eine Form von Körperverletzung sein, nicht nur bei Minderjährigen.

Auch Grünen-Politiker Volker Beck meldet sich zu Wort. „Es wird Zeit, dass diese gefährliche Scharlatanerie nicht mehr angepriesen werden kann“, twittert er. Bereits 2013 brachte er als Mitglied der Bundestagsfraktion der Grünen einen Gesetzentwurf ein, der die umstrittenen Therapien als Ordnungswidrigkeiten einstufen sollte. Das greife laut Spahn aber zu kurz.

Doch es gibt auch Kritik. Über die Nachrichtenagentur idea kommt der Vorsitzende des Bibelbunds, Michael Kotsch, zu Wort. Laut Aussage der Bibel sei eine homosexuelle Orientierung durchaus veränderbar, meint er. Durch Spahns Plan „könnte die seelsorgerliche Begleitung von Homosexuellen, die Probleme mit ihrer sexuellen Identität haben, schon bald zu einer Straftat werden“. Idea ist dem konservativen evangelikalen Spektrum zuzurechnen. Die Mitglieder des Bibelbunds glauben an die wörtliche Auslegung der Bibel.