Sollten Ärzte 24-Stunden-Schichten arbeiten?


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Neue vom Accreditation Council for Graduate Medical Education in den Vereinigten Staaten am 1. Juli vorgestellte Leitlinien besagen, dass alle Assistenzärzte nun bis zu 24 Stunden in einer Schicht arbeiten könnten, mit vier weiteren Arbeitsstunden für die Abwicklung von notwendigen Übergaben von Versorgungsfällen.

Es gibt Stimmen, die sagen, dass längere Schichten für Ärzte oder Patienten keine Gefahren bergen und die Professionalität fördern. Andere wiederum mahnen, dass der aus solch einer Schicht resultierende Schlafmangel sogar weitreichende Auswirkungen auf die Ärzte haben könnte.

Diese Bedenken werden in einem Artikel im BMJ dieser Woche diskutiert, wo Steven Stain, ein Chirurg am Albany Medical College in den USA, anführt, dass es keine schlüssigen Beweise dafür gebe, dass 24-Stunden-Schichten die Patientenversorgung negativ beeinflussen würden.

Michael Farquhar, ein Facharzt für Schlafmedizin im Evelina London Children‘s Hospital, wiederum entgegnet, dass, obwohl es einige wenige Menschen gibt, die mit viel weniger Schlaf als der Durchschnitt auskommen, die meisten Erwachsenen physiologisch gesehen mindestens sechs Stunden Schlaf alle 24 Stunden benötigen. Farquhar meint, dass Ärzte nicht regelmäßig 24-Stunden-Schichten arbeiten sollten und dass die Krankenhaussysteme Ärzte darin unterstützen müssen, dass sie „funktionsfähige Menschen“ bleiben, und zugeben müssen, dass Ermüdung sich auf die Ärzte, Patientenversorgung und Sicherheit auswirkt.