Sofortige ART-Therapie ist auch für HIV-Positive mit geringer prätherapeutischer Virämie vorteilhaft


  • Agenzia Zoe
  • Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

  • Klinische, virologische, immunologische und Sicherheits-Daten von Teilnehmern der START-Studie sprechen für eine sofortige ART-Therapie bei HIV-Positiven mit einer geringen prätherapeutischen Virämie (RNA ≤3000 c/ml).
  • Im Vergleich zu einem verzögerten Beginn der ART-Therapie führt ein sofortiger Beginn zu einer ähnlichen Rate ernsthafter klinischer Verläufe, höheren CD4-Werten, einem größeren Anteil von Patienten mit supprimierter Virämie und einer Abnahme der Spiegel von inflammatorischen und koagulatorischen Biomarkern (VCAM: vascular adhesion molecule-1, D-Dimer).
  • Die Analyse der Teilnehmer mit einem HIV-RNA-Level unter 50 c/ml ergab kein schlüssiges Resultat.

HIV-Therapie-Leitlinien empfehlen die frühe Behandlung von HIV-Positiven mit antiretroviralen Medikamenten, unabhängig von der CD4-Zellzahl. Bei HIV-Positiven mit niedrigen HIV-RNA-Werten ist der Nutzen der sofortigen Therapie jedoch ungewiss. Diese Studie untersucht den Effekt dieser Therapie-Strategie bei HIV-Infizierten mit HIV-RNA-Werten unter 3000 c/ml (eine START-Subgruppe).

Insgesamt wurden 1134 HIV-Positive (medianes Alter 37 Jahre, mediane CD4-Zellzahl 713 Zellen/ml) wurden nach dem Zufallsprinzip der Gruppe mit Sofort-Therapie (n = 555) oder der Gruppe mit verzögerter Therapie (n = 579) zugeteilt.

97 Prozent der Patienten der Sofort-Therapie-Gruppe und 29 Prozent der Patienten der Vergleichsgruppe begannen die ART-Therapie nach medianen sechs und 699 Tagen. 

Ernsthafte klinische Verläufe (nicht auf AIDS zurückzuführende unerwünschte Grad-4-Ereignisse, nicht geplante Klinikaufenthalte, Tod jedweder Ursache) wurden bei 64 Patienten der Sofort-Therapie-Gruppe beobachtet und bei 61 der Patienten mit verzögerter ART-Therapie (HR 1,10; 95% CI 0,77 bis 1,56, P=0,595).

Die mittlere Differenz bei den CD4-Zellzahlen war nach 12 Monaten um 125 und nach 36 Monaten um 235 Zellen/ml in der Gruppe mit sofortiger ART-Therapie größer als in der Gruppe mit verzögerter Behandlung (95% CI: 93 bis 156 Zellen/ml und 187 bis 283;  P

Die Werte der löslichen Biomarker änderten sich innerhalb von acht Monaten: D-Dimer- und VCAM-Spiegel nahmen in der Gruppe mit Sofort-Therapie signifikant ab, der Wert des C-reaktiven Proteins hingegen stieg. 

CD4-Zellzahlen und Biomarker änderten sich nicht bei Patienten, die eine spontane Virus-Suppression aufrechterhielten. 

Die Analyse der Subgruppe von Patienten mit einem HIV-RNA-Level von

Die Studie stützt die sofortige ART-Therape bei HIV-Positiven mit geringer Virämie, obgleich etwas Ungewissheit für Suppressoren bleibt.

Limitierungen: begrenzte Power der Subgruppen-Analyse, kurze Beobachtungszeit (im Mittel 3 versus 10 Jahre), Studienpopulation nicht repräsentativ (hoher Anteil von Frauen und Afroamerikanern, geringer Anteil mit Hepatitis-Koinfektion); Nebenwirkungen wurden nur berücksichtigt, wenn es sich um Grad-4-Nebenwirkungen handelte.