Sind Frauen bessere Chirurgen?


  • Mary Corcoran
  • Medizinische Nachrichten
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Studien haben gezeigt, dass Frauen und Männer Medizin unterschiedlich praktizieren. Jetzt gibt es neue Befunde, die darauf hinweisen, dass Patienten von weiblichen Chirurgen etwas geringere Mortalitätsraten aufweisen.

Für die im BMJ veröffentlichte Studie untersuchten Forscher Daten von 104.630 Patienten, die zwischen 2007 und 2015 von 3.314 Chirurgen behandelt wurden (774 weiblichen und 2.540 männlichen).

Sie fanden heraus, dass von weiblichen Chirurgen behandelte Patienten eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, innerhalb von 30 Tagen zu sterben. Es gab aber keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf Wiederaufnahmen oder Komplikationen. Keinen Unterschied bei den Ergebnissen in Abhängigkeit vom Geschlecht des Chirurgen gab es auch bei Patienten, bei denen eine Notfalloperation durchgeführt wurde. Die Ergebnisse blieben nach Berücksichtigung zusätzlicher Faktoren wie Fallmischung weitgehend unverändert.

Die Autoren betonten, dass keine sicheren Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung gezogen werden können, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, und dass sie die Möglichkeit, dass die niedrigere Mortalität bei weiblichen Chirurgen durch andere, nicht gemessene Faktoren begründet ist, nicht ausschließen können. Sie sagten jedoch, dass der relative Unterschied in Bezug auf die Mortalität zwar relativ klein ist (4 %), er aber potenziell signifikante klinische Implikationen hat. Sie sagen, weitere Forschung werde benötigt.

„Unsere Ergebnisse haben wichtige Implikationen für die Förderung von Geschlechtergleichstellung und -diversität in einem traditionell männlich dominierten Beruf“, schlossen sie ab.