Sicherheit von T Zell-Therapie gegen das Multiple Myelom verbessert

  • Science Translational Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine neuartige Form der T-Zell-Therapie, die ausschließlich auf der physiologischen Aktivierung patienteneigener Zellen beruht, hat sich in einer Pilotstudie mit 21 Patienten als gut verträglich erwiesen und bei mehrfach vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom und aktiver Erkrankung eine durchschnittliche Überlebenszeit von 22 Monaten erzielt.

Hintergrund

Trotz Fortschritten in der Therapie können Patienten mit einem Multiplen Myelom nur in den seltensten Fällen geheilt werden. Auch bei der anfänglich oft erfolgreichen CAR T-Zell-Therapie liegt die mediane Dauer bis zu einem Rückfall bei 12 Monaten. Gesucht werden deshalb Behandlungsformen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, die bei möglichst geringer Toxizität einen langfristigen Nutzen haben.

Design

Behandelt wurden 23 Patienten mit relapsierten oder therapieresistenten Multiplen Myelomen. Deren T-Zellen wurden isoliert, aber nicht wie bei der CAR T-Zelltherapie gentechnisch verändert. Stattdessen erfolgte eine Selektion auf Reaktivität gegenüber 5, mit dem Multiplen Myelom assoziierten Proteinen (PRAME, SSX2, MAGEA4, Survivin und NY-ESO-1). Anschließend wurden die Zellen ex vivo expandiert und den Patienten reinfundiert.

Ergebnisse

  • 23 der 21 Patienten konnten bisher mit den angereicherten T-Zellen infundiert werden. 9 von ihnen waren in Remission und hatten nach zuvor 3 Therapielinien ein hohes Rückfallrisiko (Gruppe A), bei den anderen 12 war die Krankheit relapsiert oder refraktorisch bei durchschnittlich 3,5 vorherigen Behandlungen (Gruppe B).
  • Die Behandlung erweis sich als gut verträglich. Es gab lediglich 2 Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 im Zusammenhang mit den Infusionen.
  • Nach einer medianen Nachverfolgungszeit von 27,5 Monaten waren 7 der 9 Patienten in Gruppe A weiterhin in Remission.
  • 3 der 12 Patienten in Gruppe B zeigten ein objektives Ansprechen auf die Therapie.
  • Die durchschnittliche Überlebenszeit für die Patienten mit aktiver Erkrankung betrug 22 Monate.

Klinische Bedeutung

In dieser frühen Studie mit einer kleinen Zahl von Teilnehmern wurden bei guter Verträglichkeit Hinweise auf eine starke Wirksamkeit gefunden für eine Therapie, die ausschließlich auf der physiologischen Aktivierung der patienteneigenen T-Zellen beruht und keine vorausgehende Konditionierung benötigt. Zur Bestätigung sind weitere Studien nötig, dann könnte dieser Ansatz eventuell das Armentarium T-Zell-basierter Behandlungsansätze ergänzen.

Finanzierung: Forschungsstipendien der National Institutes of Health, Leukemia and Lymphoma Society u.a.