SGLT2-Inhibitoren haben bei KVE einen größeren Nutzen als GLP-1-RAs

  • Longato E & al.
  • BMJ Open Diabetes Res Care
  • 01.06.2020

  • von Miriam Tucker
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) unter Behandlung mit Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2is) sind schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz im Vergleich zu Patienten unter Behandlung mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RAs) geringer.

Warum das wichtig ist

  • Bei Patienten mit T2D sind die MACE-Raten hoch.
  • Sowohl SGLT2is als auch GLP-1RAs senken die MACE-Raten. Jedoch gibt es keine Studien zum Vergleich der beiden Wirkstoffe, um zu bestimmen, welcher effektiver wirkt.

Studiendesign

  • Retrospektive Studie unter Praxisbedingungen in der Region Veneto in Norditalien; 12.996 Patienten mit T2D, die entweder eine Behandlung mit einem SGLT2i (n = 7.192) oder eine Behandlung mit einem GLP-1-RA (n = 5.804) begannen, und die mittels Propensity-Score-Matching 1:1 abgeglichen wurden.
  • Das primäre Ergebnis war MACE mit 3 Komponenten (3P-MACE), eine Kombination aus Gesamttodesfällen, Myokardinfarkt (MI) und Schlaganfall.
  • Finanzierung: Universität Padua, Italienisches Ministerium für öffentliche Bildung.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei einer medianen 13-monatigen Nachbeobachtung betrug die Inzidenz der 3P-MACE:
    • 21,8 Ereignisse/1.000 Personenjahre mit SGLT2is vs. 
    • 27,9 Ereignisse/1.000 Personenjahre mit GLP-1-RAs.
    • HR: 0,78; (p = 0,43).
  • Mit SGLT2 bestand ein geringeres Risiko (HRs) für:
    • MI: 0,72 (p = 0,035).
    • Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz: 0,59 (p = 0,048). 
    • Krankenhauseinweisung aufgrund von KVE: 0,82 (p = 0,037).
  • Zu den unerwünschten Ereignissen zählten 2 mit diabetischer Ketoazidose (1 pro Gruppe), 16 Amputationen (10 unter SGLT2i vs. 6 unter GLP-1-RA) und 36 mit akuter Nierenschädigung (13 unter SGLT2i vs. 23 unter GLP-1-RA; p = 0,086).

Einschränkungen

  • Retrospektiv.
  • Nicht randomisiert.
  • Störfaktoren durch Indikation.