Sexuelle Übergriffe auf Ärzte: Oft ist Täter ein Vorgesetzter

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München (pag) – 13 Prozent der Ärztinnen und vier Prozent der Ärzte berichten über sexuelle Belästigung durch andere Mitarbeiter. Jeder vierte Mediziner und mehr als ein Drittel des Pflegepersonals sind Opfer von sexuellen Übergriffen durch Patienten geworden. Das geht aus dem Report „Sexuelle Belästigung unter Ärzten, Pflegepersonal und Patienten“ des Gesundheitsportals Medscape hervor.

 

Bei mehr als der Hälfte der Befragten seien die Kolleginnen und Kollegen körperlich aufdringlich geworden. „Die Erlebnisse reichen von Annäherungen und fehlender räumlicher Distanz (56 Prozent) bis hin zu unerwünschtem Anfassen und Umarmen (51 Prozent)“, schreibt Medscape. „Einem von 14 Medizinern (sieben Prozent) wurde gar eine Beförderung als Gegenleistung für eine sexuelle Gefälligkeit in Aussicht gestellt.“ Oder bei Verweigerung mit Nachteilen gedroht. Ebenso viele wurden gewaltsam zu einer Berührung oder einem sexuellen Kontakt gezwungen. In jedem zweiten Fall handele es sich bei dem Täter um einen Arzt, bei der Hälfte um einen Vorgesetzten.

Annährend 50 Prozent der Opfer fühlten sich nach der Tat verletzt oder sehr verletzt. Fast 40 Prozent sprechen von einer starken beruflichen Beeinträchtigung. Etwa ein Viertel habe nach dem Übergriff gekündigt. Allerdings geben Dreiviertel an, die Belästigung nicht gemeldet zu haben.

„Ich finde es gut, dass es für Deutschland jetzt endlich einmal Zahlen zu sexuellen Belästigungen von Ärzten und Ärztinnen gibt“, kommentiert die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB) Dr. Christiane Groß den Report. „Als Arzt oder Ärztin ist man, was sexuelle Übergriffe angeht, mehr gefährdet als in manch anderen Berufen – nicht nur von Kollegen, sondern auch von Patienten und Patientinnen, weil wir körperlich viel näher an den Menschen dran sind,“ betont sie.

An der Online-Umfrage des Gesundheitsportals Medscape haben mehr als 1.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen teilgenommen.

 

Den Report finden Sie hier.