Septischer Schock: Konservativer Ansatz mit Flüssigkeitstherapie nicht lebensrettend im Vergleich zu liberaler Flüssigkeitstherapie

  • Meyhoff TS & al.
  • N Engl J Med

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Bei Patienten, die wegen eines septischen Schocks eine intensivmedizinische Versorgung benötigten, führte eine konservative Behandlungsstrategie mit intravenöser Flüssigkeitsgabe zu einer ähnlichen Mortalität und ähnlichen Schädigungen wie eine Strategie mit liberaler Flüssigkeitsgabe.

Warum das wichtig ist

  • Internationale Leitlinien empfehlen für diese Patienten trotz wenig qualitativ hochwertiger Evidenz eine intravenöse Verabreichung hoher Flüssigkeitsvolumen.
  • Die Evidenz aus Beobachtungsstudien deutet auf einen möglichen Schaden durch liberale Flüssigkeitsgabe hin.

Wesentliche Ergebnisse

  • Gruppen mit restriktiver vs. Standard-Flüssigkeitstherapie:
    • Medianes Volumen der intravenösen Flüssigkeitsgabe: 1.798 vs. 3.811 ml
    • 90-Tage-Mortalität: 42,3 % vs. 42,1 %; bereinigte absolute Differenz: 0,1 Prozentpunkte (95 %-KI: -4,7 bis 4,9 Prozentpunkte); p = 0,96
    • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse: 29,4 % vs. 30,8 %; bereinigte absolute Differenz: -1,7 Prozentpunkte (99 %-KI: -7,7 bis 4,3 Prozentpunkte)
  • Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen bei der Anzahl der Tage, die ohne lebenserhaltende Maßnahmen verliefen und der Tage, die im und außerhalb des Krankenhauses überlebt wurden.

Studiendesign

  • Randomisierte, multinationale Parallelgruppen-Studie CLASSIC (n = 1.554)
  • Patienten mit septischem Schock auf 31 Intensivstationen, von denen jeder bereits ≥ 1 l intravenöse Flüssigkeit erhalten hatte, wurden per Zufallsverfahren einer restriktiven vs. einer dem Standard entsprechenden intravenösen Flüssigkeitstherapie zugewiesen.
  • Bei der restriktiven Therapie wurde außer unter den vorab definierten Umständen (z. B. schwere Hypoperfusion) keine Flüssigkeit verabreicht.
  • Ergebnis: 90-Tage-Gesamtmortalität
  • Finanzierung: Novo Nordisk Foundation; Sofus Friis’ Foundation; Rigshospitalets Research Council; Danish Society of Anesthesiology and Intensive Care Medicine

Einschränkungen

  • Nicht verblindet
  • Protokollverletzungen traten bei 21 % der Gruppe mit restriktiver Therapie und bei 13 % der Gruppe mit Standardtherapie auf.