Selbstmordversuche bei Patienten mit atopischer Dermatitits um ein Drittel häufiger als bei Kontrollen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Meta-Analyse von 15 Studien fand bei Patienten mit atopischer Dermatitits (AD) gegenüber Kontrollen ein um 44 % höheres Risiko für suizidale Gedanken und ein um 36 % erhöhtes Risiko für Suizidversuche. Ob AD-Patienten einen Suizid auch häufiger vollenden, ist unklar.

Hintergrund

Das atopische Ekzem ist mit einer Reihe von psychiatrischen Komorbiditäten assoziiert. Hier ging man dem Verdacht nach, dass auch eine erhöhte Suizid-Neigung bestehen könnte.

Design

Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse. Gesucht wurden anhand von 5 Literaturdatenbanken Beobachtungsstudien bei Patienten mit atopischer Dermatitis mit Daten zu suizidalen Gedanken, versuchtem und ausgeführtem Selbstmord, wobei die Qualität der Studien anhand der Newcaste-Ottawa-Scale for observational studies beurteilt wurde.

Hauptergebnisse

  • Die Autoren identifizierten insgesamt 15 Studien mit 310.681 Pateinten mit AD und 4.460.086 Kontrollen.
  • Das Chancenverhältnis OR für Patienten mit AD, suizidale Gedanken zu hegen, betrug 1,44 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 1,25 – 1,65.
  • AD-Patienten hatten außerdem eine um 36 % erhöhte Wahrscheinlichkeit für Suizidversuche (OR 1,36; 95%-KI 1,09 - 1,70).
  • Ob AD-Patienten tatsächlich häufiger Selbstmord begehen war wegen inkonsistenter Ergebnisse in den Studien nicht zu beurteilen.

Klinische Bedeutung

Die Studie ergänzt frühere Untersuchungen, nach denen AD-Patienten psychisch besonders vulnerabel sind. Die Autoren mahnen Dermatologen, sich des erhöhten Risikos für suizidale Gedanken und Selbstmordversuche bewusst zu sein, danach zu screenen und falls nötig die Überweisung zu einem Psychiater zu veranlassen.

Finanzierung: Southern California Clinical and Translational Science Institute, National Institutes of Health.