Sekundäranalyse belegt bessere Lebensqualität nach Cochlea-Implantation

  • JAMA Otolaryngology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Binnen eines halben Jahres nach Cochlea-Implantation verbesserte sich das Hörvermögen um 40 und der Signal-Geräusch-Abstand um annähernd 22 %. Mit ihren Geräten zeigten sich in einer Sekundäranalyse 94 % der Teilnehmer zufrieden.

Hintergrund

Soziale Isolation, ein erhöhtes Risiko für Demenzerkrankungen und eine verminderte Lebensqualität zählen zu dem bekannten Folgen eines moderaten bis schweren Hörverlustes.

Design

Ziel dieser sekundären Analyse einer prospektiven, aber nicht randomisierten klinischen Studie an 16 US-Zentren war es, die audiometrischen und holistischen Effekte von einseitigen Cochlea-Implantaten bei 70 Erwachsenen ab 65 Jahren (median 74) zu messen. Primäres Studienziel war insbesondere die Sprachwahrnehmung vor und 6 Monate nach Inbetriebnahme, sekundär die Lebensqualität zu diesen Zeitpunkten. Einschlusskriterium war ein Verlust von maximal 40 % beim Consonant-Vowel-Nucleus-Consonant“-Test (CNC) im zu operierenden Ohr und maximal 50 % im kontralateralen Ohr.

Ergebnisse

  • Beim CNC gab es im beidseitigen Modus eine Verbesserung um 37,2 %, und im einseitigen Modus von 44,1 %, die beide als klinisch bedeutsam eingestuft wurden.
  • Beim Signal-Geräusch-Abstand gab es ebenfalls klinische bedeutsame Verbesserungen, und zwar um 21,6 bzw. 24,5 %.
  • Verbessert waren auch die Werte beim „Health Utilities Index Mark 3 multiple-attribute“-Test, und die Gesamtwerte auf der „Speech, Spatial, and Qualities of Hearing“-Skala.
  • 94 % der Teilnehmer gaben an, unter Alltagsbedingungen mit der Hörleistung unter dem Implantat zufrieden zu sein.
  • Es gab keine schweren Nebenwirkungen

Klinische Bedeutung

Obwohl es sich um eine retrospektive Sekundäranalyse einer nicht randomisierten Studie mit kleiner Teilnehmerzahl handelt, zeigte sich doch, dass nach entsprechender Auswahl der Patienten die allermeisten mit dem neuen Implantat zufrieden waren, und ihr Hörvermögen klinisch relevant verbessert wurde. Dies unterstütze, so die Autoren, Cochlea-Implantate als einen Beitrag zum gesunden Altern.

Finanzierung: Cochlear Ltd. Research, Foundation for Barnes-Jewish Hospital.