Sekundärprävention osteoporotischer Frakturen: Parathormonfragment schlägt Bisphosphonat


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die Rate neuer Wirbelkörperfrakturen (primärer Endpunkt) war nach 24 Monaten in der Teriparatid-Gruppe niedriger als in der Risedronat-Gruppe. Auch bei sekundären Endpunkten schnitt das Parathormonfragment besser ab.

Hauptergebnisse

Die Rate neuer Wirbelkörperfrakturen (primärer Endpunkt) betrug nach 24 Monaten in der Teriparatid-Gruppe 5,4 Prozent, in der Risedronat-Gruppe 12,0 Prozent. Die Rate klinischer Frakturen (sekundärer Endpunkt) betrug bei Bisphosphonat-Therapie 9,8 Prozent, bei Teriparatid-Therapie 4,8 Prozent. Bei den nicht vertebralen Frakturen betrug der Unterschied 2,1 Prozentpunkte (4,0 versus 6,1 Prozent).

Design

Doppelblind-Studie; je 680 Patientinnen erhielten entweder einmal täglich Teriparatid (20 μg) plus wöchentlich ein Placebo (oral) oder einmal pro Woche 35 mg Risedronat (oral) plus tägliche Placebo-Injektionen. Primärer Endpunkt waren neue vertebrale Frakturen, sekundäre Endpunkte waren außer radiologisch zunehmenden Wirbelkörperfrakturen (WKF) so genannte klinische Frakturen (Kombination von nicht-vertebralen plus symptomatischen vertebralen Frakturen) sowie nicht-vertebrale Knochenbrüche. Finanziert wurde die Studie vom Unternehmen Lilly.

Klinische Bedeutung

Die Studie liefert nach Einschätzung des kommentierenden Osteoporose-Forschers Professor Serge Livio Ferrari (Universität Genf) einen Beleg dafür, dass eine osteoanabole Substanz im Verlauf von zwei Jahren besser als ein Bisphosphonat vor neuen Wirbelkörperfrakturen schützt. Keinen solchen Beleg  gebe es für nicht-vertebrale Frakturen, was nach Angaben von Ferrari allerdings daran gelegen habe, dass die Studie zu klein gewesen sei (zu wenig statistische „Power“). Mit Abaloparatid steht in den USA bereits eine Konkurrenz- und Nachfolge-Substanz zu Teriparatid zur Verfügung. Eine weitere neue osteoanabole Substanz ist der Antikörper Romosozumab.