Sehschäden durch Laserpointer nehmen zu


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Bereits vor vier Jahren erschien eine Fallstudie in der Zeitschrift Ophtalmology in der 14 männliche Jugendliche sich mittels Laserpointer verletzten. Die Strahlen verursachten Netzhautblutungen und Löcher in der Makula bei der Mehrheit der Jugendlichen irreparabel. Das Schweizer Bundesamt für Metrologie testete damals 48 Modelle. Die meisten waren von der Polizei konfisziert worden. Untersuchungen zeigten, dass nur zwei Geräte den zulässigen Grenzwert einhielten, alle anderen waren stärker als es ihre Klasse erlaubt hätte. Eines der Geräte war sogar 1000-mal zu stark.

Auch Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Bonn berichten jetzt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche nach dem Spielen mit Laserpointern zum Teil dauerhafte Schäden an der Netzhaut mit bleibenden Einschränkungen des Sehvermögens davontragen. Die Bonner Augenärzte und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft fordern, die Bevölkerung besser über den richtigen Umgang mit Laserpointern aufzuklären, um die teils schweren gesundheitlichen Folgen zu vermeiden.

Die Strahlungsleistung darf laut Gesetzt nicht mehr als ein Milliwatt betragen. Über das Internet gelangen jedoch auch viele Pointer in Kinderhände, die auf dem deutschen Markt nicht zugelassen sind. „Bei den Lasern, die unsere Patienten verletzt hatten, lag die tatsächliche Leistung bis zu hundertmal höher als vom Hersteller angegeben“, berichtet Dr. Philipp Herrmann aus Bonn. Diese Laser können schwere Schäden an der Netzhaut verursachen und das Sehvermögen ein Leben lang beeinträchtigen. Je nach Wellenlänge, Ausrichtung und Energie des Strahls ist der Schaden unter Umständen enorm. „Bei falsch klassifizierten Geräten mit zu hoher Leistung hilft es wenig, wenn der Betroffene die Augen schließt oder den Kopf abwendet“, ergänzt Prof. Dr. Frank Holz vom Vorstand der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. „Meist bleiben auch dem Augenarzt nicht mehr viele Möglichkeiten, die Verletzung zu behandeln“.

Die billig im Ausland produzierten Laserpointer finden immer häufiger ihren Weg als Spielzeug ins Kinderzimmer. Die Bonner Ärzte fordern grundsätzlich strengere Maßnahmen, um den Verkauf von derart potenten Lasern an Privatpersonen zu verbieten. Was Benutzer beim Gebrauch von mit diesen Geräten grundsätzlich beachten sollten: Die Stärke des Laserstrahls darf einen Wert von ein Milliwatt keinesfalls überschreiten. Der Strahl darf niemals ins eigene oder andere Gesicht gerichtet werden. Und letztlich: Laserpointer sind nicht als Spielzeug für Kinder geeignet.