Schwangerschaftsabbrüche: Geplante Studie „schockiert“

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Berlin (pag) – Der Kompromiss zur Neuregelung des Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches enthält eine weitere umstrittene Regelung: In einer Studie, die in der Verantwortung des CDU-geführten Bundesgesundheitsministeriums (BMG) liegt, sollen die psychischen Auswirkungen einer Abtreibung beleuchtet werden. Die Studie ist Teil des am 6. Februar verabschiedeten Kabinettsbeschlusses, teilt das BMG auf Anfrage der Presseagentur Gesundheit mit.

Demnach erhält das BMG von 2020 bis 2023 für die Studie pro Jahr 1,25 Millionen Euro.

Die Forderung triefe „vor Misstrauen gegenüber Frauen“, kritisiert Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. Frauen werde die Eigenmächtigkeit und Selbstbestimmung abgesprochen. Viele Studien widerlegten die These von erhöhten psychischen Problemen nach einem Schwangerschaftsabbruch, führt Schauws an. Sie setzt ihre Hoffnung auf die SPD. Sie sollte den Gesetzentwurf zur Änderung des Paragrafen 219a nicht mittragen. Auch bei den Genossen selbst wird Unmut über die Studie laut. „Schockiert“, meldet sich Hilde Mattheis, Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für Frauengesundheit, zu Wort. „Es sollen fünf Millionen Euro für eine wissenschaftlich unsinnige und ideologisch motivierte Studie vergeudet werden“, bemängelt sie. Wie Schauws verweist auch sie auf Studien, die belegten, „dass ein sogenanntes Post Abortion Syndrom nicht existiert“. Das Gesundheitsministerium sollte lieber in Forschung investieren, die Fehlreize und Fehlversorgung für Frauen untersucht.

Neu ist die Forderung einer solchen Studie nicht. Der Passus wurde bereits im Eckpunktepapier zur Änderung des Paragrafen 219a vom 12. Dezember vereinbart. Dort heißt es: „Zudem wollen wir in einer wissenschaftlichen Studie Informationen zur Häufigkeit und Ausprägung seelischer Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen gewinnen.“ Im Kabinettsentwurf selbst findet sich diese Passage nicht. Forschungsaufträge würden nicht in einen Gesetzentwurf gefasst, teilt ein Sprecher des Justizministeriums mit.