Schwangerschaftsabbrüche: Ärztekammer veröffentlicht Liste

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Bundesärztekammer (BÄK) und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben jetzt auf ihren Internetseiten eine Liste mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen veröffentlicht, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Die Liste ist eine Folge der Ergänzung des Paragrafen 219a.

Der Paragraf verbietet Werbung für Schwangerschaftsabbrüche. Bundestag und Bundesrat haben im Februar eine Ergänzung dazu beschlossen. Danach dürfen Ärzte und Kliniken öffentlich informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, ohne näher ins Detail zu gehen. Darauf hinweisen dürfen nicht sie selbst, sondern öffentliche Stellen wie die BÄK oder die BZgA. Diese müssen eine Liste führen, die stetig aktualisiert wird.

Auf der Liste des BÄK sind Mediziner, die Abbrüche durchführen, mit Adresse und weiteren Kontaktdaten vermerkt. Bei manchen ist zu lesen, welche Methode sie anwenden. Erfasst sind derzeit fast nur Ärzte aus Berlin und Hamburg. „Die Neuregelung des Strafgesetzparagrafen 219a schafft die für alle Beteiligten dringend notwendige Rechtssicherheit bei der Information zum Schwangerschaftsabbruch“, sagt BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Diese Liste helfe Frauen in Notlagen bei der Suche nach ärztlicher Hilfe in ihrer Nähe. Weitere Mediziner können sich online bei der BÄK in die Liste aufnehmen lassen.

Auf dem Solidaritätsblog für Kristina Hänel und andere nach §219a verurteilte Frauenärztinnen kritisiert die emeritierte Professorin für Familienplanung Ulrike Busch, dass Monate nach Inkrafttreten der Änderung „nur 87 Ärztinnen_innen auf einer kaum zu findenden Liste“ stehen. Sie sei unübersichtlich und die Informationen nur auf das Nötigste beschränkt. Bereits im Februar hatte die Bundestagsabgeordnete Monika Bellmann (CDU) gefordert, BÄK und BZgA müssten zusätzlich zur Liste über das „Recht der Kinder auf Leben“ sowie über die physischen und psychischen Wirkungen einer „vorgeburtlichen Kindstötung“ informieren.

Die Liste der BÄK:
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Liste219a/20190729_Liste_der_BAEK_nach_Para_13_Abs_3_SchKG.pdf

Registrierung für die Aufnahme in die Liste:
https://liste.bundesaerztekammer.de/

Die Liste der BZgA:
https://www.familienplanung.de/beratung/schwangerschaftsabbruch/praxen-kliniken-und-einrichtungen/plz-20000-299999/