Schutzausrüstung: KVen lassen Lagerorte bewachen

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Berlin (pag) – Durch die Corona-Krise werden die Arztpraxen in finanzielle Mitleidenschaft gezogen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hofft, dass sich durch das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz der Verlust auf zehn Prozent begrenzen lässt. „Alles andere wäre fatal“, sagt KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen auf einer Online-Pressekonferenz.

 

Komme es anders, „hätten wir eine dramatische Veränderung der Versorgungslandschaft“ im kommenden Jahr, befürchtet Gassen. Durch die Krise hätten Praxen bereits vorübergehend schließen müssen. 65 betroffene Praxen seien es in Bremen, 70 in Thüringen. Gassen: „Das sind Momentaufnahmen.“ Diese Zahlen könnten sich jederzeit ändern.

 

Weiterhin mit Sorge betrachtet die KBV, dass weniger Risikopatienten in die Praxen oder Notfallambulanzen kommen. „Gehen Sie zu Ihren Ärzten“, appelliert der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister an Betroffene. Denn die Praxen achteten darauf, Covid-19-Patienten von anderen zu trennen.

 

Etwas entspannt habe sich die Lage bei der Ausstattung mit Schutzmaterialien. Aber auch nur etwas: „Der Bedarf ist noch nicht gedeckt“, sagt Gassen. Weiterhin kümmerten sich einzelne Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) selbst um Nachschub, erzählt Hofmeister. Dabei greifen sie zu besonderen Methoden. „Die KVen halten Lagerorte geheim und lassen diese bewachen“, sagt er.

 

Stichwort Antikörpertests: Allzu hohe Erwartungen an diese hat Gassen nicht. Denn sie reagierten auch auf andere Viren und seien erst 14 Tage nach Krankheitsbeginn aussagekräftig. „Wir werden häufig falsch-positive Tests haben“, vermutet er. Damit teilt der KBV-Chef die Einschätzung des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM). Ob man mit Antikörpertests tatsächlich Immunität nachweisen kann, sei ungewiss, sagt deren Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Müller auf einer Pressekonferenz der ALM. „Wir brauchen dazu noch weitere Studien.“