Schlüsselproteine für den Hepatitis C-Viruseintritt in die Leber identifiziert


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Wissenschaftlern am Institut für Experimentelle Virologie des TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung (Hannover) ist es gelungen, zwei Schlüsselproteine in der Leberzellmembran zu identifizieren, die den Eintritt von Hepatitis C-Viren in die Leber steuern. Die Ergebnisse wurden jüngst im Journal PLOS Pathogens publiziert.

Hintergrund

Über 70 Millionen Menschen sind chronisch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Mit antiviralen Medikamenten kann zwar die Infektion inzwischen gut behandelt werden. Allerdings schützen diese nicht vor einer neuen Infektion. Um in menschliche Leberzellen einzudringen, nutzt das Hepatitis-C-Virus (HCV) das Membranprotein CD81. Derzeit ist jedoch unklar, wie CD81 den Eintrittsprozess des Krankheitserregers steuert.

Hauptergebnisse

Um CD81-assoziierte Wirtsproteine in Leberzellen zu identifizieren, verwendete das Forscherteam um Dr. Gisa Gerold, Leiterin der Arbeitsgruppe Virale Proteomik eine hochauflösende quantitative Proteomanalyse. Damit ist es den Wissenschaftlern gelungen, Art und Funktion der „Kooperationspartner“ von CD81 zu analysieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Mindestens 33 Proteine, von denen 23 bisher nicht als Interaktionspartner gemeldet wurden, interagieren mit CD81 bei einem Virusangriff, so die Studienergebnisse. Ferner konnten die Wissenschaftler feststellen, dass mindestens fünf CD81-Interaktoren HCV-Wirtsfaktoren sind, darunter Calpain-5 (CAPN5) und die Ubiquitin-Ligase Casitas B-Linien-Lymphom-Protoonkogen B (CBLB). Alle getesteten HCV-Genotypen benötigen CAPN5 und CBLB für eine vollständige Infektion.

Klinische Bedeutung

Dass die Proteine CAPN5 und CBLB eine Rolle beim Eintritt des Hepatitis C-Virus in die Leberzelle spielen, war bisher unbekannt. „Damit haben wir jetzt nicht nur eine ‚Landkarte‘ aller Proteine, die am Viruseintritt beteiligt sind, sondern auch zwei Schlüsselproteine für den Viruseintritt identifiziert“, so Dr. Gerold. Damit habe die Grundlagenforschung auch eine große Bedeutung für die Entwicklung hochwirksamer Medikamente.