Schlafstörungen nach belastenden Ereignissen fördern posttraumatische Belastungsstörung

  • Sopp MR & al.
  • Sleep Med
  • 19.11.2018

  • von Dr. Stefanie Reinberger
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

Traumatische Erlebnisse wirken sich auf die Schlafqualität aus. Das kann möglicherweise zur Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) beitragen

Hintergrund

Menschen, die traumatische Ereignisse durchgemacht haben – etwa extreme körperliche Gewalt, Terroranschläge, Krieg oder einen schweren Unfall – , sind mitunter nicht in der Lage, das Erlebte zu verarbeiten. Ein Problem bei der posttraumatischen Belastungsstörung ist das Erinnern: So kann einerseits bereits ein Geruch oder der Anblick eines T-Shirts in einer bestimmten Farbe Flashbacks auslösen. Andererseits können sich Betroffene an wesentliche Teile des Erlebten nicht erinnern. Da Schlaf eine entscheidende Rolle für das Gedächtnis spielt, hat die vorliegende Studie untersucht, ob sich ein traumatisches Ereignis auf die Schlafqualität auswirkt und ob sich ein Zusammenhang zwischen Schlafqualität und der Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) herstellen lässt.

Studiendesign

Für die Studie wurden 33 gesunde Probanden mit robustem Schlaf ausgewählt. Sie bekamen entweder einen Film mit neutralen oder mit potenziell traumatischen Inhalten zu sehen. Anschließend verbrachten die Probanden eine Nacht im Schlaflabor. Dort wurde ihr Schlafverhalten mit Hilfe von EEG-Messungen beobachtet. Die Probanden der Traumagruppe führten Tagebuch und protokollierten, wie oft sie an die Inhalte des Films dachten und als wie belastend sie diese empfanden. Sie beantworteten außerdem Fragebögen, in denen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung abgefragt wurden.

Hauptergebnisse

  • Die Schlafdauer war in der Gruppe, die den belastenden Film gesehen hatte, deutlich reduziert. Diese Probanden hatten insgesamt mehr Wachphasen während der Nacht.

  • In der Trauma-Gruppe war außerdem der Non-REM-Schlaf signifikant reduziert.

  • Je besser der Schlaf der Probanden der Trauma-Gruppe war, umso geringer waren ihre PTSD-Symptome

  • Je mehr REM-Schlafphasen die Probanden hatten, desto weniger Flashbacks hatten sie nach Schlüsselreizen. Sie empfanden diese zudem als weniger belastend.

Klinische Bedeutung

Künftige Studien müssen den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Traumaentstehung näher untersuchen, um verbesserte Therapieansätze zu entwickeln. Denkbar wäre es, Schlaftherapien einzusetzen, um die Gedächtnisbildung zu unterstützen.

Limitierung

  • Kleine Probandengruppe

  • Der direkte Zusammenhang zwischen Trauma, Schlaf und Gedächtniskonsolidierung wurde nicht untersucht.

Finanzierung

Die Autoren geben an, für diese Studie keine externe Finanzierung erhalten zu haben.