Sachsen-Anhalt: Ärztekammer für erweiterte Fernbehandlung

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Magdeburg (pag) – Auch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt macht den Weg frei für eine Erweiterung der Fernbehandlung. Bisher war sie nur ergänzend zur direkten persönlichen Behandlung möglich, jetzt wird sie auch bei einem unbekannten Patienten zugelassen. Für diese Änderung der Berufsordnung votiert die Ärztekammer während ihrer jüngsten Versammlung.

 

„Der persönliche Kontakt zum Patienten bleibt auch zukünftig der Goldstandard in der ärztlichen Beratung und Behandlung“, betont Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Gleichwohl eröffneten technische Entwicklungen Möglichkeiten, in ausgewählten Fällen Patienten, die vom betroffenen Arzt zuvor nicht behandelt wurden, aus der Ferne zu versorgen. „Letztlich geht es um eine Abwägung zwischen Patientenautonomie und Patientenschutz. Sucht der Patient den Kontakt zum Arzt aus der Ferne, kann mit der jetzigen Regelung diesem Wunsch entsprochen werden, wenn der Arzt dabei dennoch seinen ärztlichen Sorgfaltspflichten nachkommen kann“, sagt die Kammerpräsidentin. Sie betont zugleich, dass es ein Irrglaube sei, dass hierdurch ärztliche Unterversorgung beseitigt oder Wartezeiten signifikant reduziert werden können. „Vorstellbar ist, dass dem Patienten dadurch ein unnötiger Weg erspart bleibt.“ Zu einer Dauer- oder Ersatzlösung für ein unterversorgtes Gebiet oder zur weiteren Kostenreduktion dürfe und könne die Möglichkeit jedoch nicht avancieren.

 

Nach Genehmigung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration kann die neue Regelung in Kraft treten.

Zuletzt hatten sich auch die Ärztekammer in Bayern sowie in Berlin für die sogenannte ausschließliche Fernbehandlung ausgesprochen.