S3-Leitlinie zu Aktinischer Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut veröffentlicht

  • Leitlinienprogramm Onkologie

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

28 Interessengruppen haben eine neue Leitlinie der höchsten Qualitätsstufe zur Aktinischen Keratose und dem Plattenepithelkarzinom der Haut veröffentlicht.

Hintergrund

Eine Leitlinie der höchsten Evidenzstufe S3 gab es bisher weder für die Aktinische Keratose, noch für das Plattenepithelkarzinom (PEK) der Haut. Beide Entitäten werden durch chronische Exposition mit UV-Licht begünstigt. Die Aktinische Keratose (AK) stellt eine Vorstufe des PEK dar, welches mit etwa 50.000 Neuerkrankungen jährlich zu den maligen Hauttumoren zählt.

Design

Federführend für die neue Leitlinie waren die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche Krebsgesellschaft, vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie. Insgesamt waren 28 Fach- Berufs- und Patientenverbände bzw. Arbeitsgemeinschaften in den Prozess mit eingebunden. Zielgruppen sind Dermatologen, HNO-Ärzte, Chirurgen, internistische Onkologen, Radiologen und Strahlentherapeuten, die an der Diagnostik und Therapie von Patienten mit hellem Hautkrebs beteiligt sind, sowie betroffene Patienten und deren Angehörige. Die neue Leitlinie umfasst 205 Seiten inklusive 462 Literaturangaben, und wird voraussichtlich 5 Jahre gültig sein.

Ergebnisse und Empfehlungen (Auswahl)

  • Obwohl es kaum belastbare Daten gibt, stellen die Experten fest: Die Inzidenz der AK nimmt zu, die Prävalenz in Deutschland beträgt mehrere Millionen Menschen.
  • Die Inzidenz des PEK ist in den vergangenen 30 Jahren um das 4-fache angestiegen, auch diese Angabe beruht jedoch auf unvollständigen Daten. Die Mortalität ist wegen der „fehlenden Abbildbarkeit in der ICD-10“ unbekannt, jedoch vergleichsweise gering. Sie ist im nicht-melanozytären Hautkrebs enthalten, an dem im Jahr 2015 laut Todesursachenstatistik 814 Personen verstarben.
  • Prognostische Faktoren für den Übergang AK -> PEK sind nicht ausreichend durch Daten belegt; die Wahrscheinlichkeit des Übergangs kann nicht belastbar angegeben werden.
  • Die Diagnose von AK und PEK erfolgt durch klinische Untersuchung und Inspektion, bei unklaren Befunden auch mit Dermatoskopie, konfokaler Lasermikroskopie und optischer Kohärenztomographie.
  • Zur Therapie der AK gibt es viele Optionen, die nur eingeschränkt miteinander verglichen werden können. Ein erheblicher Teil der Leitlinie widmet sich diesem Thema.  Standardtherapie beim PEK ist die chirurgische Exzision.

Klinische Bedeutung

Die Qualitätsstandards der Leitlinien zu AK und PEK wurden angehoben und eine erhebliche Zahl neuer Studien berücksichtigt. Angesichts der Vielzahl therapeutischer Optionen bleibt die Entscheidungsfindung jedoch insbesondere bei der AK komplex.

Finanzierung: Deutsche Krebshilfe.