Rolle der ApoE-Konzentrationen und des APOE-Genotyps bei Demenz


  • Atherosclerosis
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Apolipoprotein E (ApoE) spielt eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel der Lipoproteine, sowohl in peripheren Körperbereichen als auch im Gehirn, und wurde als Schlüsselfaktor bei ischämischer Herzkrankheit und Alzheimer-Krankheit identifiziert. Die entsprechenden Plasmakonzentrationen (und Konzentrationen der Lipoproteine) werden teilweise durch einen APOE-Polymorphismus kontrolliert, der die drei Isoformen E2, E3 und E4 zeigt, wobei Letztere einen starken Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit darstellt. Die ApoE-Plasmakonzentrationen steigen mit dem Alter, insbesondere bei Frauen, an. In den peripheren Körperbereichen werden die unterschiedlichen APOE-Genotypen mit veränderten Lipidprofilen assoziiert: Das E2-Allel steht mit niedrigerem Plasma-Cholesterin und höheren TG-Werten in Zusammenhang, während das E4-Allel mit höheren TC-, LDL-C- und TG-Werten als das E3-Allel assoziiert wird; Träger der E22-Homozygosität und des E4-Allels haben ein höheres Risiko an ischämischer Herzkrankheit zu erkranken. Hohe ApoE-Plasmakonzentrationen scheinen mit einem erhöhten Risiko für ischämische Herzkrankheit in Verbindung zu stehen, vermutlich infolge von Mechanismen in Zusammenhang mit TG-reichen Lipoproteinen. Andererseits stellt das E4-Allel einen Hauptrisikofaktor für die Alzheimer-Krankheit dar, wobei die Träger von einem E4-Allel ein 2–3-fach höheres Risiko haben und die Träger von zwei E4-Allelen ein 8–10-fach höheres Risiko. ApoE im Gehirn vermittelt die Clearance von Amyloid-ß-Peptiden, ein Prozess, der bei der Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt ist; damit übereinstimmend haben einige Studien verminderte ApoE-Konzentrationen im Gehirn von Alzheimer-Patienten beobachtet. Die verschiedenen ApoE-Isoformen weisen jedoch eine unterschiedliche Fähigkeit auf, ß-Amyloid abzubauen: Die Isoform E4 erhöht die Amyloidlast im Gehirn im Gegensatz zur Isoform E3. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass sowohl die ApoE-Konzentrationen als auch der APOE-Genotyp eine Rolle bei der Alzheimer-Krankheit spielen.