RKI mahnt: Deutschland verfehlt Impfziele

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Berlin (pag) – Eine aktuelle Daten-Auswertung durch das Robert Koch-Institut (RKI) offenbart große Impflücken bei Kindern. Die gesteckten Ziele werden demnach bei keiner Impfung erreicht.

 

Gegenstand der Untersuchung waren die Impfquoten zu allen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen im Kinder- und Jugendalter. Dafür hat das RKI Daten aus Schuleingangsuntersuchungen sowie Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ausgewertet. Das Ergebnis: Impfungen bei Kindern beginnen oft zu spät und Impfserien werden nicht pünktlich abgeschlossen, sodass „nationale und internationale Impfziele hinsichtlich der Impfquoten bei keiner Impfung erreicht“ werden, teilt das RKI im aktuellen Epidemiologischen Bulletin mit. Das Institut beklagt in seinem Bericht zudem „große regionale Unterscheide“ auf KV- und Kreisebene bei einzelnen Impfungen.

Beispiel Masern: Zwar sei die Impfquote in den vergangenen zehn Jahren leicht angestiegen, dennoch werde weiterhin zu wenig geimpft, stellt das RKI fest. Im Alter von 24 Monaten sind nur 68 Prozent der Kinder wie von der STIKO empfohlen zweimal geimpft. Zudem bestehen laut Bericht bei der Inanspruchnahme der zweiten Impfung Unterschiede um bis zu 45 Prozentpunkte auf Kreisebene. Zum Schuleingang haben dann 93 Prozent der Kinder beide Masern-Impfungen erhalten, das im Masernaktionsplan anvisierte Ziel von mindestens 95 Prozent erreichen nur zwei Bundesländer (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern).

Versäumnisse meldet das RKI auch bei der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis. Hier ist der Trend bei den Schuleingangsuntersuchungen sogar rückläufig. Und: „Nur bei 78 Prozent aller Kinder erfolgt der Abschluss der Impfserien gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hib bis zum Ende des 2. Lebensjahres.“