RKI: Grippewelle 2017/18 forderte mehr als 25.000 Tote

  • Robert Koch-Institut

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Während der un­ge­wöhn­lich starken Grippe­welle 2017/2018 starben 25.100 Menschen in Deutschland durch Influenza. Diese Zahlen wurden jetzt erstmals von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch-Instituts in ihrem aktuellen Bericht veröffentlicht. Die Grippewelle im Winter 2018/19 verlief dagegen vergleichsweise moderat.

  "Das ist die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren", sagt Prof. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts in einer aktuellen Mitteilung. So viele Todesfälle seien bei einer Grippewelle sehr selten. Einen Vergleichswert für die letzte Grippesaison liegt bislang noch nicht vor.

In der Saison 2018/19 sind laut Schätzungen der AGI  rund 3,8 Millionen Menschen wegen einer Grippe zum Arzt gegangen. Das sind mehr als fünf Millionen weniger als in der Saison zuvor. Die wenigsten grippebedingten Arztbesuche gab es derweil mit rund 800.000 in der Influenza-Saison 2013/14.

Mit Pommes die Impfquote erhöhen

Trotz des schweren Verlaufs der vorangegangenen Grippewelle 2017/18  war die Impfquote beim Gesundheitspersonal auch in der letzten Saison noch immer zu gering, heißt es im Bericht. Im Rahmen der OKaPII-Studie (Onlinebefragung von Krankenhaus-Personal zur Influenza-Impfung) erhebt das RKI jährlich die Influenza-Impfquoten des Klinikpersonals und analysiert, welche Gründe Mitarbeiter für oder gegen eine Impfung entscheiden lassen.

Das St. Franziskus-Hospital in Münster half dabei auf besondere Art nach: Wer sich gegen Influenza impfen ließ, erhielt einen Gutschein für eine Portion Pommes in der Cafeteria, berichtet das RKI. Jedes Team mit einer Impfquote von 100 Prozent bekam einen Gutschein für ein gemeinsames Frühstück. Die Aktion hatte Erfolg: Die Impfquote verdoppelte sich und lag in der Ärzteschaft nach der Aktion bei über 90 Prozent.

Impfung bleibt wichtigste Schutzmaßnahme

Erneut plädiert RKI-Präsident Wiehler für die Impfung als wichtigste Schutzmaßnahme gegen Influenza trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. Neben der Impfung sei aber auch gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten eine nicht zu unterschätzende präventive Maßnahme.