Riskante Kombination: Diabetes plus erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft

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Miriam Tucker

Erkenntnis

  • Das gleichzeitige Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes und einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung führt zu einem mehr als doppelt so hohen Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (KVEs) im Vergleich zum Nichtvorliegen der beiden Erkrankungen.
  • Das Risiko ist deutlich höher als mit beiden Erkrankungen für sich.

Warum das wichtig ist

  • Die Evidenz deutet darauf hin, dass eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung (eine Vorstufe von Hypertonie) und ein Schwangerschaftsdiabetes (eine Vorstufe von Diabetes) jeweils mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer KVE nach der Schwangerschaft assoziiert sind, nur wenige Studien haben jedoch ihren gemeinsamen Einfluss auf die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse untersucht.

Studiendesign

  • Populationsbasierte Kohortenstudie mit 886.295 Frauen aus administrativen Gesundheitsdatenbanken in Ontario, Kanada, von denen 4,9 % (43.861) lediglich unter einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung, 6,1 % (54.061) lediglich unter einem Schwangerschaftsdiabetes und 0,6 % (4.975) unter beidem litten.
  • Finanzierung: Ontario Ministry of Health and Long-Term Care, Canadian Institute for Health Information

Wesentliche Ergebnisse

  • Im Verlauf von 12,8 Jahren Nachbeobachtung traten 1.999 KVE-Ereignisse auf, darunter 867 in den ersten 5 Jahren nach der Geburt und 1.162 danach.
  • In den ersten 5 Jahren nach der Indexgeburt:
    • Frauen, die sowohl unter Schwangerschaftsdiabetes als auch unter einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung litten, wiesen die höchste Inzidenz an KVE-Ereignissen von allen Studiengruppen auf.
    • Nach der vollständigen Bereinigung um Störfaktoren, einschließlich postpartalem Diabetes und postpartaler Hypertonie, betrug die aHR für eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung plus Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu keiner der beiden Erkrankungen 1,42 (p = 0,25).
    • Die Assoziation mit einer KVE war für eine allein vorliegende hypertensive Schwangerschaftserkrankung signifikant (aHR: 1,90; p < 0,001), jedoch nicht für einen allein vorliegenden Schwangerschaftsdiabetes (0,80; p = 0,12).
    • Eine allein vorliegende hypertensive Schwangerschaftserkrankung war mit einem höheren Risiko für das Auftreten einer KVE assoziiert als ein allein vorliegender Schwangerschaftsdiabetes (aHR: 2,32; p < 0,001).
  • 5 Jahre nach der Indexgeburt:
    • Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes plus hypertensiver Schwangerschaftserkrankung wiesen das höchste absolute KVE-Risiko auf, etwa das 2- bis 3-Fache des Risikos, das eine oder das andere zu entwickeln.
    • Frauen, die sowohl unter einem Schwangerschaftsdiabetes als auch unter einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung litten, wiesen ein signifikant höheres relatives Risiko für eine KVE auf als Frauen ohne diese beiden Erkrankungen (aHR: 2,43; p < 0,001).
    • Nach einer vollständigen Bereinigung betrugen die aHRs für das KVE-Risiko bei einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung allein und bei Schwangerschaftsdiabetes allein im Vergleich zu keinem der beiden 1,41 (p = 0,003) und 1,19 (p = 0,13).
    • Eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung allein und ein Schwangerschaftsdiabetes allein gingen nach vollständiger Bereinigung mit ähnlichen Risiken für das Auftreten einer KVE einher (aHR: 1,12; p = 0,49).

Einschränkungen

  • Mögliche restliche Störfaktoren
  • Unzureichende Aussagekraft zur Untersuchung der Subtypen einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung.
  • Zusammengesetzter KVE-Ergebnisscore verwendet.
  • Keine Daten zur postpartalen Anwendung kardioprotektiver Medikamente