RIFT-Studie: Vorhersage der Appendizitis-Wahrscheinlichkeit bei Kindern mit Schmerzen in der rechten Fossa iliaca

  • The Lancet Child & Adolescent Health

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Laut einer prospektiven, multizentrischen Validierungsstudie der right iliac fossa (RIFT)-Forschergruppe kann der Shera-Score Kinder mit geringem Risiko für eine Appendizitis identifizieren, die so für eine vorzeitige Krankenhausentlassung in Betracht gezogen werden könnten. Die Risikobewertung identifiziert keine Kinder, die direkt operiert werden sollten. Kinder mit mittlerem und hohem Risiko sollten sich weiterhin routinemäßig prä-operativ einer fachärztlichen Ultraschalluntersuchung unterziehen, wenn Unsicherheiten bestehen.

Hintergrund

Akute Wurmfortsatzentzündungen sind die häufigsten chirurgischen Notfälle bei Kindern. Die Unterscheidung der akuten Appendizitis von Erkrankungen, die keine operative Behandlung erfordern, kann bei Kindern eine Herausforderung darstellen. Ziel der RIFT-Studie war es, das optimale Prognosemodell bei Kindern zu ermitteln.

Shera-Score am zuverlässigsten

Die RIFT-Forschergruppe hat 15 Risikoprognosemodelle zur Vorhersage des akuten Appendizitisrisikos identifiziert und anschließend durch eine prospektive, multizentrische Kohortenstudie validiert.  Die Studie umfasste 1.827 Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren aus 139 Zentren in Großbritannien und Irland, die akuten rechtseitigen Schmerzen in der Fossa iliaca aufwiesen.

Von den in die Studie eingeschlossenen Kinder erhielten 630 (34,5%) eine Appendektomie.

Gemäß der Studienergebnisse ist der Shera-Score das leistungsstärkste Prognosemodell zur Riskoabschätzung bei Kindern mit rechtseitigen Schmerzen in der Fossa iliaca.

Der Riskoabschätzung mittels Shera-Score war für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren (3 Punkte), Mädchen im Alter von 11 bis 15 Jahren (3 Punkte), Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren (2 Punkte oder weniger) mit 44,3 % (95 % CI 41,4–47,2; 521 von 1176) spezifisch. Der positive Vorhersagewert betrug bei diesen Kindern 41,4 % (95 % CI 38,5–44) 4; 463 von 1118).

Der positive Vorhersagewert für den Shera-Score mit 6 Punkten oder weniger (72,6 %; 95 % CI 67,4–77,4) war vergleichbar mit den Prognosewerten von Ultraschalluntersuchungen (75,0 %; 65,3–83,1).

Die Forschenden schlussfolgern aus diesen Ergebnissen, dass der Shera-Score Kinder mit geringem Appendizitis-Risiko effizient identifizieren kann. Die Forschenden raten aber weiterhin dazu, Kinder mit mittlerem und hohem Risiko einer prä-operativen Ultraschalluntersuchung zu unterziehen.

Finanzierung: keine Angaben