Richtlinien für mit Brustimplantaten assoziierte anaplastisch-großzellige Lymphome

  • Jones JL & al.
  • Histopathology
  • 05.06.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Das britische National Coordinating Committee of Breast Pathology hat neue, evidenzbasierte Empfehlungen für die pathologische Diagnose und das Management von mit Brustimplantaten assoziierten anaplastisch-großzelligen Lymphomen (BIA-ALCL) herausgegeben.

Warum das wichtig ist

  • BIA‑ALCL sind eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation, die durch Brustimplantate verursacht werden.
  • Das aktuelle Klassifizierungssystem, die Ann-Arbor-Klassifikation, hat einen beschränkten Prognosewert, weshalb eine neue Klassifikation vorgeschlagen wird.

Studiendesign

  • Systemische Durchsicht der Literatur.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Höhepunkte

  • Epidemiologie: Seit 1997 wurden 518 Fälle aus 25 Ländern in das PROFILE-Register der US-amerikanischen American Society of Plastic Surgeons eingetragen, woraus sich ein geschätztes Risiko von 1–3/Millionen/Jahr ergibt.
  • Manifestation: spät beginnende (8–10 Jahre nach Implantation) Ansammlung von Seromflüssigkeit, gelegentlich jedoch auch als Raumforderung.
  • Pathologie:
    • Neoplastische Zellen sind sehr atypisch, stark CD30-positiv, wobei 43 %–90 % auch positiv auf das epitheliale Membranantigen (EMA) sind, zu 100 % ALK(anaplastische Lymphom-Kinase)-negativ und CD68-negativ.
    • Das Vorhandensein von CD30 allein ist nicht ausreichend für eine Diagnose.
    • Die Richtlinien enthalten einen neuen pathologischen Algorithmus.
  • Operativer Eingriff: Entfernung des Implantats, totale Kapsulektomie und Entfernung jeglicher Raumforderung.
  • Das neue Klassifizierungssystem, eine Adaption der TNM-Klassifikation des US-amerikanischen American Joint Committee on Cancer, hat einen größeren Prognosewert als die Ann-Arbor-Klassifikation.
  • Management: 
    • Eine Radiotherapie sollte beim Scheitern der vollständigen Exzision in Betracht gezogen werden.
    • ≥ Stadium II: Anwendung einer anthracyclinbasierten Chemotherapie bei einer Gesamtansprechrate von 86 %.