Richtig reagieren bei Nasenbluten


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Schätzungen gehen davon aus, dass lediglich sechs bis zehn Prozent der Menschen mit Nasenbluten einen Arzt aufsuchen, die meisten ihren Hausarzt. Bei bis zu drei von vier Patienten kann die Blutung mit einfachen Maßnahmen gestillt werden.

Einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder die Notfallambulanz einer Klinik sucht nur ein kleiner Teil der Patienten meist bei schwerem oder rezidivierendem Nasenbluten auf. Rund 20.000 meist ältere Patienten werden jährlich in Deutschland wegen einer Epistaxis stationär aufgenommen.

In den allermeisten Fällen ist das Blut aus der Nase harmlos, in bestimmten Fällen kann schweres Nasenbluten jedoch lebensbedrohlich sein. Bei sichtbaren Blutungen ist eine elektrische oder vor allem bei Kindern eine chemische Kauterisation hilfreich. Die chemische Alternative ist weniger schmerzhaft und kann deswegen auch bei Kindern ohne Vollnarkose angewendet werden.

Die meisten Patienten ist aber mit Basismaßnahmen wie einer Nasenflügelkompression, einem oralen Blutdrucksenker oder einem oxymetazolinhaltigen Nasenspray geholfen. Eine Operation kommt erst dann in Frage, wenn sich die Blutung auch durch eine Tamponade nicht aufhalten lässt. Besonders erfolgreich haben sich dabei die endoskopische Ligatur oder Koagulation der Arteria sphenopalatina gezeigt. 

Die Behandlung schwerer oder rezidivierender Epistaxis erfordert ein interdisziplinäres Vorgehen zwischen Haus- oder Notarzt, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Fachklinik. Wünschenswert wäre laut den Autoren der Studie die Erstellung einheitlicher Leitlinien und die Durchführung epidemiologischer Studien.