Rheumatoide Arthritis: Biologika unterscheiden sich in Effektivität und Nebenwirkungen nur wenig


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In der praxisrelevanten Frage, ob sich die Kombination en von Biologika mit Methotrexat in Effektivität und Toxizität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) voneinander unterscheiden, schafft eine hochrangig publizierte Metaanalyse des deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Klarheit: Es gibt keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Biologika , zumindest nicht für die bis 2016 zugelassenen Substanzen .

Hintergrund
Kombinationen aus einem Biologiku m mit Methotrexat sind häufige Therapieregime bei Patienten mit RA, die auf konventionelle Disease Modifying Antirheumatic Drugs (DMARDs) wie Methotr e xat oder Kombinationen von DMARDs mit Glukokortikoide n und NSAID nicht ausreichend angesprochen haben . Die Behandlungsstrategie für RA-Patienten ist im Allgemeinen „Treat-to-Target“: Patienten sollen sich frei von Krankheitszeichen fühlen oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität erreichen.

In einem systematischen Review mit Metaanalyse hat das IQWiG Studien zusammengetragen, die in Europa zugelassene Biologika in Kombination mit Methotrexat vs. Placebo mit Methotrexat verglichen haben oder zwei verschiedene Biologika jeweils kombiniert mit Methotrexat.

Design

  • berücksichtigte Studien: 38, davon 34 randomisiert und meist doppelblind
  • Teilnehmer: Insgesamt 10.869 Patienten mit schwerer RA und meist ungünstigen prognostischen Faktoren, Durchschnittsalter zwischen 50 und 60 Jahren
  • Studientherapien:
    • Abatacept
    • Adalimumab
    • Anakinra
    • Certolizumab pegol
    • Etanercept
    • Golimumab
    • Infliximab
    • Tocilizumab, jeweils kombiniert mit Methotrexat vs. Placebo kombiniert mit Methotrexat
    • 1 Studie Abatacept/Methotrexat vs. Adalimumab/Methotrexat
    • 1 Studie Adalimumab/Methotrexat vs. Certolizumab pegol/Methotrexat
  • Beobachtungszeiträume: mindestens 6 Monate, meist 12 Monate, bis zu 36 Monate

Hauptergebnisse
Wesentliche Vergleichskriterien waren klinische Remission, Anteil der Patienten mit geringer Krankheitsaktivität, Schmerzen, physische Funktion, schwere unerwünschte Effekte (SAE) und Infektionen. Die Effektivität der Biologika kombiniert mit Methrotrexat war im Allgemeinen gut. Unter Anakinra erreichten die Patienten etwas weniger häufig komplette oder fast komplette Remissionen als unter den übrigen 7 Biologika, die Unterschiede waren aber statistisch nicht signifikant. Certolizumab pegol/Methotrexat war häufiger mit SAE und Infektionen assoziiert als die anderen Biologika und Golimumab und Tocilizumab häufiger als Infliximab mit Infektionen.

Klinische Bedeutung
Insgesamt hätten sich aus der Metaanalyse keine wesentlichen Unterschiede zwischen den 8 verschiedenen Biologika ergeben in Wirksamkeit und Nebenwirkungen, so die Autoren. Die Daten der Metaanalyse werden als praxisrelevant bewertet, weil die individuellen Patientendaten ausgewertet wurden. Wünschenswert aber wären nach Auffassung des IQWiG mehr prospektive Kopf-an-Kopf-Studien verschiedener Biologika in Kombination mit DMARDs, um die Substanzen direkt miteinander vergleichen zu können.

Finanzierung: Mittel des IQWiG