Rezidivierende Candida-Infektionen bei Frauen bedürfen besserer Prophylaxe


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Weltweit sind durchschnittlich 3.871/100.000 Frauen im Alter von 15 bis 54 Jahren von rezidivierenden Candida-Infektionen des Genitalbereichs betroffen. Deutschland liegt innerhalb Europas im oberen Mittelfeld mit 3.619/100.000. Die Prophylaxe bei Risikogruppen sollte verbessert werden.

Hintergrund

Rezidivierende Candida-Infektionen sind ein globales Gesundheitsproblem. Bei den Candida-Stämmen, die den Gentialbereich von weiblichen Jugendlichen und Frauen besiedeln, werden zunehmend Resistenzen gegen Azole beobachtet. Und Fluconazol-resistente Stämme von C. glabrata ersetzen immer häufiger C. albicans. Daher ist die Entwicklung der weltweiten Prävalenz und der regionalen Unterschiede von Interesse. Dazu gab es bislang wenig Daten.

Design

  • systematischer Review nach epidemiologischen Studien zu rekurrierenden Candida-Infektionen, definiert als mindestens 4 behandlungsbedürftige Candida-Infektionen im Genitalbereich pro Jahr
  • Einschluss von Studien, die auf repräsentativen Befragungen von Frauen basierten und auf Registern wie denen von Krankenversicherungen, in denen ärztliche Befunde dokumentiert sind

Hauptergebnisse
Global sind 3.871/100.000 Frauen im Alter von 15 bis 54 Jahren von rezidivierenden Candida-Infektionen des Genitalbereichs betroffen. Am höchsten waren die Prävalenzen in Iran (4.630/100.000 Frauen der entsprechenden Altersgruppe) gefolgt von asiatischen Ländern wie China (4.436/100.000), Thailand (4.385/100.000), Myanmar (4.400/100.000) und in afrikanischen Ländern. Deutschland liegt mit 3.619/100.000) im oberen Mittelfeld in Europa (Frankreich: 3.543/100.000, Italien: 3.650/100.000). Die Gruppen mit dem höchsten Risiko für rezidivierende Candidiasis waren Frauen mit Diabetes, mit häufigen Antibiotikatherapien – meist wegen pneumologischen oder urologischen Infektionen -, mit zystischer Fibrose und mit rezidivierenden Hefepilzinfektionen in der Vergangenheit. Möglicherweise gibt es auch eine genetisch bedingte erhöhte Suszeptibilität für die Besiedelung mit Candida.

Klinische Bedeutung

Da die Population mit erhöhtem Risiko für rezidivierende Candida-Infektionen bei Frauen zunimmt, vor allem auch durch eine steigende Inzidenz von Diabetes mellitus und häufige Einnahme von Antibiotika, wird die Prophylaxe chronischer Candida-Infektionen zunehmend wichtig, so die Autoren. Beeinflussbar sei der Umgang mit Antibiotika, hier müssten auch die Frauen intensiver und besser über das erhöhte Risiko für eine Pilz-Besiedelung mit Krankheitswert informiert werden. Bei Frauen mit rezidivierenden Candida-Infekten in der Vergangenheit sei auf die gute antimykotische Wirksamkeit der Medikamente und die vergleichsweise häufigen Resistenzen gegen Fluconazol und andere Azole zu achten. Die Behandlung müsse dann rechtzeitig umgestellt werden, zum Beispiel auf Nystatin.

Finanzierung: öffentliche Mittel