Rezidiv des Multiplen Myeloms: Erste Phase-3-Studie mit Carfilzomib, Daratumumab und Dexamethason

  • The Lancet

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Ein günstiges Verhältnis von Nutzen zu Risiken bescheinigen die Autoren einer Dreierkombination von Carfilzomib, Daratumumab und Dexamethason bei der Therapie verhältnismäßig junger und fitter, relapsierter oder refraktorischer Patienten mit Multiplem Myelom. Die mittlere Behandlungsdauer war etwa 30 Wochen länger als eine Zweierkombination ohne Daratumumab, das mediane progressionsfreie Überleben noch nicht erreicht.

Hintergrund

Eine Studie der Phase 1 hat bei Patienten mit relapsiertem oder refraktorischem Multiplem Myelom Hinweise auf die Wirksamkeit einer Kombination des selektiven Proteasom-Inhibitors Carfilzomib mit dem anti-CD38-Antikörper Daratumumab ergeben.

Design

Offene, noch nicht abgeschlossene, Studie der Phase 3 (CANDOR) mit 466 Patienten im Durchschnittsalter von 64 Jahren aus 102 Zentren. Sie wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert auf Carfilzomib und Dexamethason mit oder ohne Daratumumab. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).

Ergebnisse

  • Nach einer medianen Nachverfolgungszeit von etwa 17 Monaten war das mediane PFS unter der Dreifachkombination noch nicht erreicht. In der Gruppe Carfilzomib/Dexamethason betrug es 15,8 Monate. Dies entspricht einem Chancenverhältnis HR von 0,63 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,46 – 0,85 (p = 0,0027).
  • Die mittlere Behandlungsdauer war unter der Dreifachkombination mit 70,1 gegenüber 40,3 Wochen deutlich länger.
  • Die Rate kompletten Ansprechens mit nicht nachweisbarer minimaler Resterkrankung war unter der Dreifachkombination fast 10 Mal höher.
  • Nebenwirkungen des Schweregrades 3 oder schlimmer erfuhren 82 % der Patienten unter der Dreifachkombination gegenüber 74 % unter Carfilzomib/Dexamethason.
  • In beiden Gruppen führten die Nebenwirkungen ähnlich häufig zum Abbruch der Therapie (22 versus 25 %).

Klinische Bedeutung

Das Nutzen/Risiko-Verhältnis dieser Kombination wird für Patienten mit relapsierten oder refraktorischen Myelomen und 1 – 3 Vorbehandlungen von den Autoren als „günstig“ eingestuft. Sie solle als neue Behandlungsoption erwogen werden. Allerdings waren die Patienten in der CANDOR-Studie ungewöhnlich jung und fit, wie die Kommentatorinnen Raija Silvennoinen und Caroline A Heckman (Helsinki) erläutern. Die Ergebnisse dreier ähnlicher Studien würden mit Spannung erwartet.

Finanzierung: Amgen.