Resistenz-assoziierte Mutationen sagen verbessertes virologisches Ansprechen auf die ART voraus


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Bei HIV-Infizierten gehen Mutationen, die mit Resistenzen gegen nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (nucleoside reverse transcriptase inhibitors: NRTIs) und nicht-nukleosidische-RTIs (NNRTIs) assoziiert sind, mit einem verbessertem virologischem Ansprechen auf eine ART ohne NRTIs einher; dieser Vorhersage-Effekt ist unabhängig ist von einer noch vorhandenen NRTI-Aktivität.
  • Zu einem virologischen Versagen kam es in Kamerun innerhalb von 48 Wochen bei 19,8 Prozent der virologisch supprimierten Patienten, die von einer Zweitlinientherapie aus zwei NRTIs plus Ritonavir-verstärktem Protease-Hemmer (PI/r) zu einer Darunavir/Ritonavir-Monothepapie wechselten.
  • Resistenz-assoziierte Mutationen in der HIV-1-DNA zu Studienbeginn und eine höhere Adhärenz gemäß VAS (visuelle Analog-Skala) während der Studie prognostizierten eine vermindere Wahrscheinlichkeit für ein virologisches Versagen.
Bei Versagen einer NNRTI-basierten Erstlinien-ART sind Resistenz-assoziierte Mutationen (RAMs), die NRTIs und NNRTIs betreffen, häufig. In Afrika südlich der Sahara (Sub-Sahara) spricht der Nachweis von RAMs für eine höhere (eher als für eine niedrigere) Wahrscheinlichkeit einer virologischen Supprimierung nach Beginn einer Therapie mit zwei NRTIs plus PI/r, einer Zweitlinientherapie.
Die Autoren wollten daher in einer randomisierten Studie den Einfluss von RAMs auf das Ergebnis einer Erhaltungsmonotherapie mit Ritonavir-verstärktem Darunavir untersuchen.
 
In der MANET-Studie, die zwischen August 2014 und Juli 2015 am Hospital Central Yaoundé (Kamerun) durchgeführt wurde, wechselten 81 Patienten mit virologischer Suppression unter zwei NRTIs + PI/r  zu einer 48-wöchigen Darunavir/Ritonavir-Monotherapie (800/100 mg einmal täglich).
 
RAMs wurden in der HIV-1-DNA von mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMCs) entdeckt, die zu Beginn der Monotherapie gewonnen wurden. Die Adhärenz wurde bei jeder Visite durch Zählen der Tabletten und durch Selbst-Angaben per VAS bestimmt.
 
Von 76 Patienten mit PBMC-Proben lieferten 60 (78,9%) eine HIV-1-DNA-Sequenz. In 39 von 60 (65,0%) sowie 41 von 60 (68,3%) wurden RAMs gegen NRTI und NNRTI entdeckt; in 37 von 60 Proben (61,7%) lagen duale Mutationen (gegen NRTI und NNRTI) vor.

Im Verlauf der 48 Wochen kam es bei 19,8 Prozent (16/81) der Patienten zu einem virologischen Versagen (bestätigt anhand der letzten verfügbaren Virus-Last mit über 400 Kopien/ml). Bei diesen Patienten  betrug die mittlere Adhärenz 97,3% (± 2,5) und 94,9% (± 5,2).

Nach Adjustierung für Alter, HIV-1-DNA-Last, Adhärenz (VAS) und RAM-Statuts war ein virologisches Versagen weniger wahrscheinlich bei höherer, mittels VAS bestimmter Adhärenz (adjustierte OR 0,04, 95% CI 0,01-0,37; P=0,004) und nachweisbaren HIV-1-DNA-RAMs (adjustierte OR 0,15, 95% CI 0,03-0,82; P=0,028).

Die Studie liefert neue Erkenntnisse zur Rolle der RAMs als Prädiktoren des virologischen Resultats bei therapie-erfahrenen Populationen in der Subsahara.

Der Nachweis von Mutationen, die mit Resistenzen gegen NRTIs NNRTIs assoziiert sind, bei virologisch supprimierten Patienten mit zwei NRTIs + PI/r  zeigt eine reduzierte Wahrscheinlichkeit für ein virologisches Versagen nach Wechsel auf eine Darunavir/Ritonavir-Monotherapie an. RAMs sind demzufolge in der Subsahara-Region mit einem verbesserten virologischen Ansprechen auf eine ART ohne NRTIs assoziiert; dies weist auf einen Vorhersage-Effekt hin, der unabhängig von einer noch vorhandenen NRTI-Aktivität ist.