Reperfusion nach Schlaganfall wird bei psychisch Kranken seltener angewendet

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  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall, die in ihrer Vorgeschichte eine psychische Erkrankung aufweisen, erhielten unabhängig von deren Schweregrad seltener eine Reperfusionstherapie.
  • Eine längere Verzögerung vor der Hospitalisierung, die dazu führte, dass eine Reperfusionstherapie nicht mehr in Frage kam, trug dazu bei.

Warum das wichtig ist

  • Interventionen zur Erhöhung der Schlaganfallerkennung in dieser Population könnten die Ergebnisse verbessern.

Wesentliche Ergebnisse

  • Kohorten nach psychischer Erkrankung in der Vorgeschichte:
    • 76 % keine Vorgeschichte
    • 18 % leichte Erkrankung
    • 3 % mittelschwere Erkrankung
    • 3 % schwere Erkrankung
  • Insgesamt erhielten 17 % eine Reperfusionstherapie.
  • Patienten mit einer psychischen Erkrankung in der Vorgeschichte erhielten mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Reperfusionstherapie (bereinigtes Risikoverhältnis; 95 %-KI):
    • 0,79 (0,72–0,86) bei leichter Erkrankung
    • 0,85 (0,72–0,99) bei mittelschwerer Erkrankung
    • 0,63 (0,51–0,77) bei schwerer Erkrankung
  • Die Assoziationen schwächten sich ab, waren jedoch in der Untergruppe, die ≤ 4 Stunden nach dem Einsetzen der Symptome im Krankenhaus eintraf, immer noch offensichtlich (bereinigtes Risikoverhältnis; 95 %-KI):
    • 0,85 (0,79–0,93) bei leichter Erkrankung
    • 0,90 (0,79–1,04) bei mittelschwerer Erkrankung
    • 0,83 (0,69–0,99) bei schwerer Erkrankung
  • Mediane Gesamtverzögerung vor der Hospitalisierung:
    • 344 Minuten ohne psychische Erkrankung in der Vorgeschichte
    • 330 Minuten bei leichter Erkrankung
    • 363 Minuten bei mittelschwerer Erkrankung
    • 480 Minuten bei schwerer Erkrankung
  • Die Gruppen wiesen ähnliche Daten auf bezüglich der Dauer der Notfallbehandlung vor Ort, der Transportzeit, der Zeit von der Ankunft bis zum Legen des Zugangs und der Zeit bis zur Bildgebung, wenn sie ≤ 4 Stunden nach Symptombeginn im Krankenhaus eintrafen.

Studiendesign

  • Dänische, landesweite, registerbasierte Kohortenstudie mit 19.592 Hospitalisierungen von 18.773 Patienten aufgrund ischämischen Schlaganfalls
  • Hauptergebnis: Reperfusionstherapie (Thrombolyse oder Thrombektomie)
  • Finanzierung: Region Norddänemark, andere Sponsoren

Einschränkungen

  • Selektionsbias möglich
  • Limitierte Informationen zu Hausarztkontakten und Reperfusions-Kontraindikationen