Rektalkarzinom: RCT-Komplettansprechen macht Operation überflüssig

  • Int J Radiat Oncol Biol Phys

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Patienten mit rektalem Adenokarzinom im Stadium II–III, die nach einer Radiochemotherapie (RCT) und ohne operativen Eingriff ein klinisches Komplettansprechen (cCR) erreichten, wiesen ein ähnliches Gesamtüberleben (OS) und krankheitsspezifisches Überleben (DSS) auf wie Patienten, die sich einer RCT und einem operativen Eingriff unterzogen hatten.  

Warum das wichtig ist

  • Rektalkarzinom wird in der Praxis immer seltener operativ behandelt, zum Teil aufgrund der hohen Rate postoperativer Komplikationen. Aber es fehlten bislang Langzeitdaten zu den onkologischen Ergebnissen.

Studiendesign

  • 1.313 Patienten mit rektalem Adenokarzinom im Stadium II–III aus dem VA Central Cancer Registry, die sich einer begleitenden Radiochemotherapie (CRT) mit (n = 1.000) oder ohne (n = 313) anschließendem operativen Eingriff unterzogen hatten.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das mediane OS war in der operativen Gruppe im Vergleich zu RCT allein signifikant länger (89,3 vs. 30,6 Monate; HR: 0,366; p 
  • Das mediane DSS wurde in der operativen Gruppe nicht erreicht und war signifikant länger als in der reinen RCT-Gruppe (HR: 0,311; p 
  • 20,8 % der reinen RCT-Gruppe erreichten ein cCR.
  • Das mediane OS für RCT-Patienten, die ein cCR erreichten, lag bei 73,5 Monaten und unterschied sich daher nicht signifikant vom medianen OS der Patienten, die eine RCT plus Operation erhielten (HR: 0,786; 95 %-KI: 0,576–1,072).
  • Das mediane DSS wurde bei cCR-Patienten nicht erreicht und unterschied sich nicht signifikant vom medianen DSS der Patienten mit RCT plus Operation (HR: 1,572; 95 %-KI: 0,826–2,957).

Einschränkungen

  • Retrospektive Studie.