Rektalkarzinom im Stadium II/III: Zugabe einer neoadjuvanten Bestrahlung erhöht LARS-Risiko

  • Ann Surg Oncol

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Eine langfristige neoadjuvante Bestrahlung und tiefe Anastomose deutet auf eine schlechte postoperative Darmfunktion und Lebensqualität (QoL) bei Patienten hin, die sich einer radikalen anterioren Resektion wegen lokal fortgeschrittenem Rektalkarzinom unterziehen.

Warum das wichtig ist

  • Ca. 70 %–90 % der Patienten geben nach einer Schließmuskel-erhaltenden, tiefen anterioren Resektion Symptome eines tiefen anterioren Resektionssyndroms (LARS) an.
  • Eine neoadjuvante Radiotherapie verbessert die lokale Kontrolle, nicht aber das krankheitsfreie Überleben (DFS).

Studiendesign

  • Post-hoc-Analyse der Studie, FOWARC (Eine randomisierte, kontrollierte Phase-II/III-Studie zur neoadjuvant verabreichten FOLFOX6-Therapie mit oder ohne Bestrahlung, verglichen mit einer 5-FU-basierten Radiochemotherapie zur Behandlung von Patienten mit resezierbarem Rektalkarzinom), in der 220 Patienten mit Rektalkarzinom im Stadium II–III per Zufallsverfahren einer neoadjuvanten Radiochemotherapie (nCRT) oder neoadjuvanten Chemotherapie (nCT) zugewiesen worden waren.
  • Finanzierung: National Natural Scientific Foundation of China; Natural Science Foundation of Guangdong Province; Guangzhou 44 Science and Technology.

Wesentliche Ergebnisse

  • Ein massives LARS trat häufiger mit einer nCRT als einer nCT auf (multivariate OR: 2,20; p = 0,007).
  • Eine nCRT war mit schlimmeren einzelnen LARS-Symptomen assoziiert, unter anderem mit Flatus-Inkontinenz, Inkontinenz mit Flüssigstuhl, Häufigkeit und Dringlichkeit der Darmentleerung.
  • Andere Risikofaktoren für ein massives LARS:
    • Höhe der Anastomose (im Mittel 5,0 cm kein LARS; 3,0 cm bei massivem LARS; OR: 0,74; multivariate p 
    • Ableitende Ileostomie (OR: 2,59; multivariate p = 0,009).
  • Es bestand ein geringer Unterschied zugunsten der nCT im allgemeinen Gesundheitszustand und den sozialen Funktionsfähigkeiten und ein mittlerer Unterschied in der beruflichen Funktionsfähigkeit.

Einschränkungen

  • Retrospektive Studie an einem Zentrum mit chinesischen Patienten.