Rekombinanter Influenza-Wirkstoff beweist seine Wirkung bei Personen über 50


  • Susanne Kressenstein
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft: Ein rekombinant hergestellter Influenza-Impfstoff erwies sich im Rahmen einer kontrollierten Studie als wirksamer als ein herkömmlich im Hühnerei hergestelltes Präparat.

Hauptergebnisse: Von denjenigen Personen, welchen den konventionellen quadrivalenten Impfstoff erhalten hatten, erkrankten trotz Impfung 3,2 Prozent an Influenza. Bei denen, die den rekombinanten Impfstoff injiziert bekommen hatten, lag der Prozentsatz bei 2,2 Prozent. Damit liegt der Prozentsatz der Erkrankten unter dem neuen Impfstoff um ein Drittel niedriger (Hazard Ratio lag bei 0,69 mit einem 95% CI von 0,53 bis 0,90). Das Ziel der „Non-Inferiorität“ des neuen Impfstoffs wurde damit übertroffen. Der Erfolg der rekombinanten Vakzine beruht vermutlich auf der dreifach höheren Dosierung im Vergleich zum älteren Impfstoff. Der Unterschied in der Erkrankungsrate zwischen den beiden Impfstoffen beruhte auf der Infektionsrate mit dem Influenza-A-Virus. Infektionen mit dem Influenza-B-Virus traten in beiden Impfgruppen gleich häufig auf. Die Verträglichkeit war bei beiden Präparate gleich gut.

Design: Knapp 9.000 Personen im Alter von 50 bis 94 Jahren erhielten in insgesamt 40 Arztpraxen entweder den konventionellen quadrivalenten Impfstoff oder den rekombinant in Insektenzellen hergestellten ebenfalls quadrivalenten Impfstoff. Die Insekten werden mittels eines Trägervirus mit den Hämagglutinin-Genen infiziert und können so die einzelnen Komponenten des Impfstoffs herstellen.

Der konventionelle Impfstoff war mit 15 mg Hämagglutinin pro Antigen, also insgesamt 60 mg dosiert. Das rekombinante Präparat beinhaltete 45 mg pro Antigen und damit mit insgesamt 180 mg eine deutlich höhere Konzentration. Als primärer Endpunkt galt eine laborbestätigte Infektion mit dem Influenza-Virus.

Klinische Bedeutung: Die herkömmliche Herstellung von Influenza-Impfstoffen in Hühnereiern dauert mehrere Monate. Die Produktion in Zellkulturen hingegen braucht nur ein paar Wochen. Tauchen während einer Saison neue Virusstämme auf, könnte mit dem rekombinanten Präparat deutlich schneller reagiert werden. Ein großes Minus dieser Studie: Sie enthielt keinen Plazebo-Arm. Damit kann nicht beurteilt werden wie viele Erkrankungen insgesamt durch die Impfungen verhindert wurden.