Reinhardt fordert Ende des unkoordinierten Zugangs

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Berlin (pag) – Unkoordinierter Zugang und eine fortschreitende Kommerzialisierung: Diese beiden Phänomene im Gesundheitswesen kritisiert Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbunds, auf der jüngsten Hauptversammlung der Organisation.

 

„Bei der Koordinierung des Zugangs zum System gibt es noch erheblich Luft nach oben. Das Durcheinander der Inanspruchnahme hochkomplexer Vorgänge in der Versorgung muss ein Ende haben“, fordert Reinhardt in seiner Grundsatzrede. Das sei nicht nur eine Frage effektiver Ressourcennutzung und von Patientensicherheit, sondern auch eine Frage der Solidarität denen gegenüber, die „zeitnah ausreichende ärztliche Zeit brauchen“. Der Vorsitzende des Hartmannbunds sieht nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die ärztliche Selbstverwaltung in der Pflicht.

Sorge bereitet Reinhardt außerdem die Kommerzialisierung. „Medizin darf nicht zu industriellem Handeln verkommen“, meint er angesichts des ökonomischen Drucks in Kliniken und Praxen. Die Bundesländer müssten eine besser abgestimmte Krankenhausplanung auf den Weg bringen: „Es wäre sinnvoll, dass sich die Verantwortlichen vor Ort überlegen, wo man clustern kann.“ Handele man nicht koordiniert und – im Sinne der Versorgung – sachgerecht, werde die Kommerzialisierung weiter voranschreiten. Dieser Missstand werde dann auf dem Rücken des Personals ausgetragen. Reinhardt: „Der Bogen zwischen den Kaufleuten und der Ärzteschaft ist bereits extrem gespannt. Ich glaube, die Bogensehne ist nicht mehr weit davon entfernt zu reißen.“