Regulärer Opium-Gebrauch mit unerwartet hohen karzinogenen Effekten assoziiert

  • Lancet Global Health

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Im nördlichen Iran erkrankten Menschen, die Opium konsumiert hatten, dosisabhängig etwa 40 % häufiger an Krebs als die Vergleichsgruppe. Dabei waren unterschiedliche Organsysteme betroffen, je nachdem, ob das Opium geraucht oder geschluckt wurde.

Hintergrund

Die Hinweise mehren sich, dass Opiate bei der Entstehung verschiedener Krebsarten eine Rolle spielen könnten.

Design

Populationsbasierte Kohorte mit 50.045 Individuen im Alter zwischen 40 und 75 Jahren aus dem nördlichen Iran. Demographische Daten, Ernährung, Lebensstil, Opium-Konsum und Expositionsarten wurden mittels Fragebögen erfasst.

Ergebnisse

  • Binnen einer medianen Nachverfolgungszeit von 10 Jahren erkrankten 1833 Teilnehmer an Krebs.
  • Der Konsum von Opium war dosisabhängig (p
  • Bezüglich des Ortes der Erkrankung fanden sich ebenfalls dosisabhängig (p
  • Ösophagus: 1,38 (95%-KI 1,06 – 1,80)
  • Magen: 1,36 (95%-KI 1,03 – 1,79)
  • Lunge: 2,21 (95%-KI 1,44 – 3,39)
  • Blase: 2,86 (95%.-KI 1,47 – 5,55)
  • Kehlkopf: 2,53 (95%-KI 1,21 – 5,29)
  • Höhere Dosen waren zudem mit Pankreaskrebs assoziiert (HR 2,66; 95%-KI 1,23 – 5,74), und die orale Aufnahme (aber nicht das Rauchen) dosisabhängig (p
  • Die Assoziationen waren unabhängig von Geschlecht, Einkommen und Raucher-Status der Teilnehmer.
  • Bedeutung

    Die Erhebung wurde zwar im nördlichen Iran durchgeführt, könnte jedoch auch Implikationen für „Opium-Krisen“ in anderen Teilen der Welt haben, insbesondere den USA. Der reguläre Gebrauch von Opiaten– ob geraucht oder geschluckt – könnte demnach das Risiko für eine ganze Reihe von Krebserkrankungen erhöhen, und zwar (auch) bei Menschen, die nicht wegen Tumoren und/oder Schmerzen behandelt werden.

    Finanzierung: World Cancer Research Fund International, Cancer Research UK, Tehran University of Medical Sciences, US National Cancer Institute, International Agency for Research on Cancer.