Regeln für Zweitmeinung gelten


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Berlin (pag) – Die Verfahrensregeln für eine ärztliche Zweitmeinung vor einer empfohlenen Operation treten in Kraft. Das teilt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit. Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) und Eingriffen an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln (Tonsillektomie, Tonsillotomie).

 

Die Regelungen sollen eine unabhängige und qualifizierte ärztliche Zweitmeinung sicherstellen, heißt es von Seiten des G-BA. Dabei spiele es keine Rolle, bei welcher Krankenkasse die Patienten versichert sind. Ärzte könnten nun bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine Genehmigung beantragen, Zweitmeinungsleistungen abrechnen zu dürfen. Zweitmeinungsgebende Mediziner müssten die vom G-BA festgelegten Anforderungen an die besondere, eingriffsspezifische Qualifikation erfüllen. Zudem dürften keine Interessenskonflikte vorliegen, die einer Unabhängigkeit entgegenstehen.

Informationen über alle in Frage kommenden Ärzte würden von den KVen und den Landeskrankenhausgesellschaften auf deren Internetseiten und eventuell mit weiteren Informationsangeboten zur Verfügung gestellt, kündigt der G-BA an. Versicherte könnten sich bei der Suche nach einem Zweitmeiner zudem an ihre Kasse wenden.

Das vom G-BA strukturierte Zweitmeinungsverfahren könne von Patienten genutzt werden, sobald der Ergänzte Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab entschieden habe. Ein Patientenmerkblatt mit den wichtigsten Informationen zum Leistungsumfang des Verfahrens und der Inanspruchnahme will der G-BA auf seinen Internetseiten zur Verfügung stellen.