Raten an Chlamydien-Infektionen, Mischinfektionen und Reinfektionen alarmierend

  • Liz Scherer
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Im Vergleich zu Patienten, bei denen Gonorrhö (Neisseria gonorrhoeae [N. gonorrhoeae]) diagnostiziert wurde, weisen diejenigen, bei denen initial Chlamydia trachomatis (C. trachomatis) oder eine Infektion mit beiden Bakterienstämmen (Mischinfektion) diagnostiziert wurde, ein etwa 2- bis 3,5-fach höheres Risiko für eine Reinfektion auf.

Warum das wichtig ist

  • Bei Hochrisiko-Patienten (Männer, die Sex mit Männern haben [MSM], Einwanderern, Personen mit > 5 Sexualpartnern oder neuen Partnern, Personen, die vor dem Sex Alkohol konsumieren, und Personen, die nur gelegentliche/niemals Kondome anwenden) sollten spezifische Präventionsmaßnahmen sowie wiederholte Screenings auf sexuell übertragbare Infektionen (STIs) stattfinden.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei 28 % (n = 277) der 986 einbezogenen Patienten wurde bei der Studienaufnahme eine N.-gonorrhoeae -Infektion diagnostiziert, bei 63 % eine C.-trachomatis- Infektion und bei 8,6 % eine Mischinfektion. Die meisten Patienten waren männlich, im Durchschnitt 34 Jahre alt und etwa ein Drittel waren MSM.
  • Insgesamt betrug die mediane Zeit zwischen dem ersten Besuchstermin und dem Nachbeobachtungs-Screening 5,7 Monate. Fast alle Teilnehmer (89,5 %) waren asymptomatisch, als sie zum erneuten Screening-Termin erschienen.
  • Die kumulative Rate an Reinfektionen mit irgendeinem Organismus betrug nach 6 Monaten 24,6 %. Bei Personen mit einer initialen Mischinfektion war die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit einer jeglichen STI jedoch etwa 2-fach höher. Im Vergleich zu Personen mit einer initialen N.-gonorrhoeae-Infektion wiesen Personen, die mit einer initialen C.-trachomatis-Infektion in die Studie aufgenommen wurden, eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für eine Reinfektion auf, und Personen mit einer initialen Mischinfektion eine 3-mal höhere Wahrscheinlichkeit (34,1 %).
  • Zu den Risikofaktoren für eine Reinfektion gehörten ein Status als Einwanderer (aOR: 1,8), MSM (aOR: 1,8), > 5 Sexualpartner seit der Behandlung (aOR: 4,3), neuer Partner seit der Behandlung (aOR: 1,7), nicht-konsequente Kondomanwendung (aOR: 1,4) und Alkoholkonsum vor dem Geschlechtsverkehr (aOR: 3,8).

Studiendesign

  • Prospektive Beobachtungsstudie zur Schätzung der Inzidenz von Reinfektionen durch dieselben Bakterienstämme bei spanischen Patienten, die in STI-Kliniken beurteilt und behandelt und bei denen N.-gonorrhoeae-, C.-trachomatis- oder Mischinfektionen diagnostiziert wurden. Ergebnisse: Reinfektionen insgesamt, Reinfektionen durch denselben oder den jeweils anderen Bakterienstamm sowie Risikofaktoren, die eine Reinfektion prognostizieren.
  • Finanzierung: Gesundheitsministerium der Regierung des Baskenlandes.

Einschränkungen

  • Begrenzte Verallgemeinerbarkeit
  • Unterschätzte Anzahl an Mycoplasma-genitalium-Isolaten, unterdiagnostizierte Mycoplasma-genitalium-Infektionen